Untergang von Flüchtlingsboot Organisationen kritisieren nach Schiffsunglück Italiens Regierung

Rom · Nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der italienischen Küste machen Seenotretter die Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mitverantwortlich. Unterdessen vernahm die Staatsanwaltschaft am Montag drei Männer, die verdächtigt werden, Teil einer Schlepperorganisation zu sein.

Wrackteile des gesunkenen Flüchtlingsbootes liegen am Strand nahe der Stadt Crotone in Kalabrien.

Wrackteile des gesunkenen Flüchtlingsbootes liegen am Strand nahe der Stadt Crotone in Kalabrien.

Foto: AP/Luigi Navarra

Nach dem Schiffsunglück vor Kalabrien mit bislang 62 Toten ist in Italien eine Diskussion um die Mi­grationspolitik der Regierung in Rom entbrannt. Nichtregierungs- und Menschenrechts-Organisationen kritisierten das Vorgehen der Exekutive von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gegen illegale Einwanderung scharf. Die Organisation ResQ sprach von einem „angekündigten Massaker“. Vom italienischen Ableger der katalanischen Hilfsorganisation Open Arms hieß es, das Unglück an der kalabrischen Küste sei „kein Drama, sondern Folge präziser Entscheidungen“. „Wenn es genügend Hilfsschiffe gäbe, müsste niemand im Meer sterben“, sagte Sprecherin Veronica Alfonsi.