Ein Jahr im Amt Was von der Popularität Joe Bidens geblieben ist

Analyse | Washington · Joe Biden trat seine Präsidentschaft mit dem Versprechen an, die bittere Spaltung in den USA zu überwinden. Und nach dem Chaos der Ära Donald Trumps und Covid-19 ein Stück Normalität zurückzubringen. Ein Jahr später macht sich Ernüchterung breit.

 US-Präsident Joe Biden muss sich nicht nur Gedanken machen, wie er sich gegen die Republikaner behaupten kann, sondern auch gegen die Wichtigtuer aus den eigenen Reihen.

US-Präsident Joe Biden muss sich nicht nur Gedanken machen, wie er sich gegen die Republikaner behaupten kann, sondern auch gegen die Wichtigtuer aus den eigenen Reihen.

Foto: dpa/Evan Vucci

Der Präsident schnaubte vor Wut, als er vergangene Woche seine Parteifreunde auf dem Kapitolshügel besuchte. Selten gab „Onkel Joe“, wie Joe Biden wegen seiner volkstümlichen Art auch heißt, so viel Frustration zu erkennen, wie nach dem Treffen mit den 50 Demokraten, die im US-Senat eine hauchdünne Mehrheit halten. Ausgerechnet hier, in der Kammer, die Biden (79) über vier Jahrzehnte prägen half, hatten ihn die Seinen abermals im Stich gelassen. Und das bei einem Thema, das so zentral für seine Präsidentschaft ist, wie das Versprechen an die Amerikaner, die Nation zu versöhnen.