Fahrplan der Europäischen Kommission Klimapaket mit großen Schwächen

Brüssel · Inzwischen haben sich die Experten von Regierungen und Verbänden über das Klimapaket der EU gebeugt. Das Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht ernüchternd. Unrealistische Zahlen, optimistisch überhöhte Annahmen und klare politische Absagen häufen sich. Im Ziel sind sich aber alle einig.

 Dass die Preise für Benzin und Diesel steigen, ist absehbar. Aber ob das Emissionshandelssystem eine Chance hat, erscheint fraglich. 

Dass die Preise für Benzin und Diesel steigen, ist absehbar. Aber ob das Emissionshandelssystem eine Chance hat, erscheint fraglich. 

Foto: dpa/Michael Kappeler

Die Begeisterung hat sich gelegt. Drei Tage sind seit der Vorstellung des Klimapaketes der Europäischen Kommission vergangen. Inzwischen haben sich die Experten von Regierungen und Verbänden darüber gebeugt. Das Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht ernüchternd. Unrealistische Zahlen, optimistisch überhöhte Annahmen und klare politische Absagen häufen sich. Beispiel: Ladesäulen. Um den Elektro-Auto-Boom anzuheizen, hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben. Bis 2030 sollen an den großen Schnellstraßen alle 60 Kilometer Strom-Tankstellen zur Verfügung stehen. Die Branche hat nachgerechnet und gibt sich ernüchtert. Bisher existieren in den 27 EU-Staaten rund 300 000 Ladesäulen für Stromer. Gebraucht werden zehn Millionen. Das bedeutet: Bis Ende 2029 müssten jeden Monat 100 000 neue Stationen mit Steckern für Autos aufgestellt werden. Daran glauben nicht mal Optimisten.