Kommentar zur Wahl in der Türkei In der türkischen Politik gerät etwas ins Rutschen

Meinung | Istanbul · Recep Tayyip Erdogan propagiert seit Jahren eine „neue Türkei“, die er unter seiner Alleinherrschaft formen will. Nun zeichnet sich tatsächlich eine „neue Türkei“ ab – aber sie sieht anders aus, als Erdogan sich das vorstellt, kommentiert unsere Korrespondentin.

 Der Glanz ist etwas verblasst: Wahl-Banner von Recep Tayyip Erdogan in Istanbul.

Der Glanz ist etwas verblasst: Wahl-Banner von Recep Tayyip Erdogan in Istanbul.

Foto: AP/Francisco Seco

Eine Bürgermeisterwahl in Istanbul leitete vor genau 30 Jahren eine neue Ära in der Türkei ein: Damals betrat Recep Tayyip Erdogan die politische Bühne. Jetzt hat eine Wahl am Bosporus das Ende von Erdogans langer Karriere eingeläutet. Seine Erfolgsrezepte der vergangenen Jahrzehnte funktionieren nicht mehr, eine neue politische Landschaft mit neuen Politikern entsteht. Noch ist Erdogan nicht am Ende. Doch die türkische Politik bereitet sich bereits auf die Zeit nach seinem Abgang vor.