Kommentar zur Nato und Donald Trump Trumps Aussagen müssen für Europa ein schriller Weckruf sein

Meinung · Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat einmal mehr seine Nähe zu Russlands Machthaber Wladimir Putin und zugleich seine Distanz zur Nato und zu Europa demonstriert. Früher hätte sich ein republikanischer Präsidentschaftskandidat mit solchen Aussagen selbst aus dem Rennen genommen. Doch die Republikaner positionieren sich mit ihrer Trump-Treue immer mehr als fünfte Kolonne Russlands, meint unser Autor.

     Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und der damalige US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg.

Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und der damalige US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg.

Foto: dpa/Evan Vucci

Donald Trumps Rhetorik im Wahlkampf überschreitet eine Schwelle, die in der Vergangenheit einmal das sichere Ende eines Kandidaten bedeutet hätte. Dass der „Amerika-zuerst“-Nationalist den brutalen Kriegsherrn im Kreml dazu einlädt, Nato-Mitglieder anzugreifen, die nicht genügend für ihre Verteidigung tun, schockiert selbst aus dem Mund Trumps. Damit outet er sich endgültig als Fanboy Wladimir Putins, der seinerseits auf eine Rückkehr seines Bewunderers ins Weiße Haus setzt. In einer zweiten Amtszeit könnte ihm der Isolationist seine Fieberträume erfüllen: Die USA koppeln sich von Europa ab und geben ihm freie Hand auf dem Kontinent.