Becks Flug nach Hamburg: Enthüllungen

Da sollten wir doch die Kirche im Dorf lassen", leitet Kurt Beck gern Statements zu Themen ein, die er ein wenig tiefer hängen möchte. Ob der von dem umtriebigen Eventmanager Manfred Schmidt gesponserte Flug des damaligen SPD-Vorsitzenden nach Hamburg unter der Kategorie "tiefer hängen" abgelegt werden kann, oder ob mehr dahinter steckt, ist heute noch nicht endgültig zu bewerten.

Doch CDU und FDP in Rheinland-Pfalz haben Recht, wenn sie von dem Ministerpräsidenten eine umfassende Aufklärung fordern. Es sieht in der Tat nicht nach einer Bagatelle aus, wenn sich ein Politiker, der zu diesem Zeitpunkt gute Chancen auf die Kanzlerkandidatur hat, mit zwei Sicherheitsbeamten von einem Privatunternehmer für einen netten Abend durchs Land fliegen lässt.

Selbst wenn es, wie es in einer ersten Erklärung aus der Mainzer Staatskanzlei heißt, Terminschwierigkeiten gegeben haben sollte. Zumindest ein Geschmäckle, wie es nicht weit von Becks südpfälzischer Heimat heißt, ist durchaus vorhanden. Nach all dem, was in der Causa Wulff/Glaeseker ans Licht gekommen ist, schaut die Öffentlichkeit zu Recht genauer hin.

Dass die Vorwürfe gegen Beck genau an dem Tag bekannt werden, an dem er erstmals - zwar vorsichtig, so doch deutlich wahrnehmbar - Union und FDP auffordert, den Bundespräsidenten zum Rücktritt zu bewegen, mag ein Zufall sein. Andererseits: Dass die Opposition weiter nicht mit vollen Breitseiten gegen Wulff schießt, hat sicher auch damit zu tun, dass der eine oder andere mit Enthüllungen rechnet.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort