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Kommentar zur Bundeswehr: Besser, nicht mehr

Kommentar zur Bundeswehr : Besser, nicht mehr

Der Landes- und Bündnisverteidigung ist nicht damit gedient, wenn die Truppe in ihren Hangars, Häfen und Arsenalen in Mengen kostspieliges Material stehen hat, das mangels Wartung oder Ersatzteilen nicht einsatzfähig ist, kommentiert Kai Pfundt.

Es ist womöglich kein Zufall: In den entscheidenden Wochen, in denen auf Olaf Scholz' Haushaltsbasar um die zu verteilenden Bundesmilliarden gefeilscht wird, reißt der Strom der Katastrophenmeldungen aus der Bundeswehr nicht ab. Kein U-Boot einsatzbereit und nur ein Bruchteil der Hubschrauber, Leopard-Kampfpanzer oder Eurofighter. Piloten, die ihre Lizenzen verlieren, weil sie nicht die nötigen Flugstunden sammeln können. Jede dieser Nachrichten ist ein gutes Argument dafür, die Bundeswehr mit einem üppigeren Teil des Haushaltspuddings aufzupäppeln.

Will Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihre Pläne umsetzen, die Landes- und Bündnisverteidigung wieder zu stärken, wird sie mit dem Ministerkollegen Scholz hart nachverhandeln müssen. Mehr klassische Bundeswehr bedeutet mehr und bessere Ausrüstung für die breite Masse der Soldaten, nicht nur für die in Auslandsmissionen eingesetzten. Also mehr Panzer, mehr Lkw, mehr Hubschrauber.

Wie das zusätzliche Gerät bezahlt und unterhalten werden soll, wenn es schon zu teuer ist, das vorhandene in Schuss zu halten? Ein Rätsel.

Der Landes- und Bündnisverteidigung ist nicht damit gedient, wenn die Truppe in ihren Hangars, Häfen und Arsenalen in Mengen kostspieliges Material stehen hat, das mangels Wartung oder Ersatzteilen nicht einsatzfähig ist. Für die zuständige Ministerin wäre es zu allererst wichtig, den ordnungsgemäßen Alltagsbetrieb der Bundeswehr zu gewährleisten, selbst wenn mit der notwendigen mühseligen Detailarbeit wenig Glamour verbunden ist.