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Otto Mayntz: Bonner spendet seine Geige einer jungen Frau in Nairobi

Otto Mayntz : Bonner spendet seine Geige einer jungen Frau in Nairobi

In den nächsten Tagen wird die Geige des Bonners Otto Mayntz nach Nairobi fliegen. Eine weite Reise für das Instrument, auf dem er als Kind und Jugendlicher selbst gerne gespielt hat.

Auch wenn er dann aufhörte, sich für Klassik zu interessieren, konnte er sich von seiner Geige nie trennen. 50 Jahre hat sie ihn begleitet. Nun hat die Geschichte einer jungen Frau in Kenia ihn so berührt, dass er ihr das Instrument schenkt.

Wie es dazu kam? Am 5. Mai berichtete der General-Anzeiger über das Getto-Klassik-Projekt in Nairobi. In Korongocho, dem drittgrößten Slum der Hauptstadt Nairobi sind Mord und HIV die häufigsten Todesursachen.

Das Getto- Klassik-Projekt hat sich in diesem Umfeld vorgenommen, Kindern und Jugendlichen durch Musik eine Chance zu bieten, der Armut zu entfliehen. Eine der Jugendlichen ist die junge Geigerin Emily Onyango. Die 15-Jährige möchte so gut werden, dass sie in einem der größeren Orchester des Landes spielen kann und damit Geld verdient. Das ist zurzeit ihre einzige Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben.

Otto Mayntz hat ihre Geschichte gelesen und ist aktiv geworden: "Mich hat bewegt, dass Musik zu machen für sie tatsächlich eine Perspektive im Leben bildet", sagt er. Und auch der Ehrgeiz der jungen Frau hat ihn beeindruckt: "Das Foto mit Emily Onyango hat mich sehr angesprochen. Da war so eine Begierde in ihrem Gesicht zu sehen: das will ich lernen!", beschreibt er seine Eindrücke.

Und so hat er mit der Stiftung "Art of Music", die das Projekt trägt, Kontakt aufgenommen. Dort war man begeistert von seiner Spende. Doch die Frage blieb: Wie kommt die Geige nach Nairobi? Auch dafür hat Otto Mayntz eine Lösung gesucht und Kontakte der Stiftung in Deutschland durchtelefoniert. Mit schnellem Erfolg: Ein Lehrer der deutschen Schule in Nairobi ist gerade zum Sommerurlaub hier. Er wird das Instrument mitnehmen und übergeben.

"Es ist schon schwer, mich von der Geige zu trennen", sagt Otto Mayntz "aber es ist eine schöne Vorstellung, dass sie jetzt dort gespielt wird." Er wünscht der neuen Spielerin des Instrumentes Spaß damit und dass sie sich im Idealfall eine Zukunft damit aufbaut.

"Manchmal passt es einfach" resümiert er "ich wollte die Geige schon mal verkaufen, aber dann war es irgendwie kompliziert und es ist nichts draus geworden. Als ich den Artikel gelesen habe, hat es ,klick' gemacht und ich dachte: Das ist ein würdiger Ort für die Geige." Emily Onyango weiß noch nichts von ihrem Geschenk - und es ist ganz sicherlich nichts, womit sie rechnet.