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Doktortitel: CDU fordert im Fall Eumann Aufklärung

Doktortitel : CDU fordert im Fall Eumann Aufklärung

Nach den Plagiats-Vorwürfen gegen NRW-Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann (SPD) fordert die CDU-Opposition lückenlose Aufklärung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

Dabei sollen Kraft und Eumann auch "umgehend den Verdacht ausräumen, es habe eine Dankeschön-Förderung für den Doktorvater von Herrn Eumann gegeben", verlangte CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann.

Die Technische Universität Dortmund prüft derzeit, ob der SPD-Politiker Eumann bei seiner Promotion 2011 aus seiner eigenen Magisterarbeit von 1991 Inhalte übernommen hat, ohne darauf im Literaturverzeichnis hingewiesen und im Text zitiert zu haben.

Laut Promotionsordnung muss der Doktorand aber offenlegen, wenn Textteile bereits in einer akademischen Prüfung verwendet wurden. Eumann selbst spricht von einer "inhaltlich-substanziellen Erweiterung" seiner Magisterarbeit. Folgt die Prüfkommission dieser Darstellung nicht, droht Eumann im Extremfall die Aberkennung der Doktorwürde.

Politisch heikel wird der Fall, weil wenige Monate nach der Verleihung des Doktorgrads das Institut für Journalistik in Dortmund rund 200 000 Euro Fördermittel vom Land NRW für das Projekt "Initiative Lokaljournalismus in NRW" erhalten hatte. Eumann beteuert, er sei an der Förderentscheidung in keiner Weise beteiligt gewesen.

In der nächsten Woche wird sich der Landtagsausschuss für Kultur und Medien mit dem "Fall Eumann" befassen. Über die Frage, ob es sich bei Eumanns Doktorarbeit um ein "Selbstplagiat" handelt, entscheidet in den nächsten Wochen die Kommission der Universität Dortmund.

Eumanns Doktorvater Horst Pöttker teilte gestern mit, dass ihm eine Verbindung zwischen Eumanns Promotion und dem Forschungsprojekt der Universität "nicht bekannt" sei. Bei der Prüfung handele es sich auch nicht um den "Verdacht eines Plagiats, also eines Diebstahls geistigen Eigentums, sondern um den Verdacht des illegitimen Erwerbs eines Doktortitels".