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De-Industrialisierung als Gefahr: CDU warnt vor Rückzug der Chemie

De-Industrialisierung als Gefahr : CDU warnt vor Rückzug der Chemie

Wenige Tage vor dem Chemie-Gipfel 2014 in Nordrhein-Westfalen hat der CDU-Wirtschaftsexperte Hendrik Wüst vor einer "schleichenden De-Industrialisierung" in NRW gewarnt.

Seit 2000 hätten Chemie-Konzerne in NRW nur noch 85 Prozent ihrer Abschreibungen wieder investiert und Produktionen ins Ausland verlagert. Politische Auflagen und hohe Energiekosten gefährdeten den Standort NRW, sagte Wüst.

Mit 100 000 Beschäftigten und weltweit führenden Firmen wie Bayer, Evonik und Lanxess befindet sich fast jeder vierte deutsche Chemiearbeitsplatz in NRW - damit nehmen die 480 NRW-Firmen weltweit Rang 13 unter den größten Chemiestandorten ein. Die NRW-CDU forderte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) auf, das Genehmigungsverfahren für die CO-Pipeline von Dormagen nach Uerdingen zu beschleunigen und neue Belastungen durch Alleingänge im geplanten Klimaschutzplan zu verhindern.

Die CDU des bevölkerungsreichsten Bundeslandes verlangte eine Stärkung der Verbundstandorte der Chemie zur Weiterverarbeitung. Wüst kritisierte, dass Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) fast zeitgleich mit dem Chemie-Gipfel zu einem eigenen Industrie-Kongress eingeladen habe.

In der Debatte um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) warnte die CDU-Landtagsfraktion in einem Antrag vor wettbewerbsverzerrenden Belastungen in Deutschland. Bereits heute gibt die deutsche Chemie- und Pharmabranche jährlich acht Milliarden Euro für Strom und fossile Energieträger aus.

Während der Energieeinsatz seit 1990 um 20 Prozent sank, erhöhte sich die Produktion um 60 Prozent. Bis 2030 erwartet die chemische und pharmazeutische Industrie einen Anstieg des Energieverbrauchs um acht Prozent. "Die chemische Industrie muss Motor des Industriestandortes NRW bleiben", forderte Wüst mit Blick auf das weltweit erwartete Wachstum der Branche.