Nach Festnahme von Daniela Klette Warum nun Licht ins Dunkel um die Bonner RAF-Anschläge kommen könnte

Analyse | Bonn · Die Schüsse auf die US-Botschaft im Februar 1991 waren der letzte von mehreren RAF-Anschlägen auf Bonner Stadtgebiet. Als Mittäterin gilt die nun festgenommene Daniela Klette. Ihre Verhaftung könnte Erkenntnisse zu den anderen unaufgeklärten Taten in Bonn bringen.

 Die frühere US-amerikanische Botschaft in der Deichmanns Aue, wie sie am 13. Februar 1991 von Königswinterer aus die RAF-Terroristen sahen – nur, dass sie erst im Dunkeln zuschlugen.

Die frühere US-amerikanische Botschaft in der Deichmanns Aue, wie sie am 13. Februar 1991 von Königswinterer aus die RAF-Terroristen sahen – nur, dass sie erst im Dunkeln zuschlugen.

Foto: Benjamin Westhoff

Terroristen können pragmatische Menschen sein. Mitunter führt das dazu, dass am Tatort eines Verbrechens Verbrauchsmaterial wie Katzenstreu sicherzustellen ist. Mit einem ganzen Sack davon sahen sich die Ermittler der Bonner Polizei und des Bundeskriminalamtes nach dem 13. Februar 1991 an der Königswinterer Rheinpromenade nahe dem Hotel Loreley konfrontiert. Offenbar hatte die Rote Armee Fraktion (RAF) diesen als Unterlage für jene Waffen benutzt, mit denen sie am Abend dieses Tages einen spektakulären Plan in die Tat umsetzte: den Beschuss der US-Botschaft über den Rhein hinweg. Die Festnahme der RAF-Terroristin Daniela Klette an diesem Dienstag hat den Anschlag in der damaligen Bundeshauptstadt erneut in den Blick der Strafverfolgungsbehörden gerückt. Denn dass die damals 32-Jährige in das Attentat verstrickt sein könnte, diesen Verdacht hegten die Ermittler bereits kurz nach der Tat.