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Wahlen bei der Rheinischen Synode: Bonner Pfarrerin wird Oberkirchenrätin

Wahlen bei der Rheinischen Synode : Bonner Pfarrerin wird Oberkirchenrätin

Wibke Janssen ist an der Spitze der Evangelischen Kirche. Die Schulpfarrerin an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule ist bei der digitalen Rheinischen Synode zur Oberkirchenrätin gewählt worden. Bei dem digitalen Trefen gab es zudem Beschlüsse zu Klima, Flüchtlingen und dem Haushalt.

Wibke Janssen hat es geschafft. Die Schulpfarrerin an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule in Bonn ist am Donnerstag von der digital tagenden Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland schon im ersten Wahlgang zum neuen hauptamtlichen Mitglied der Kirchenleitung gewählt worden. Bereits im ersten Wahlgang erhielt die 56-jährige promovierte Theologin 108 von 188 Stimmen. Damit folgt sie als Leiterin der Abteilung „Theologie und Ökumene“ im Düsseldorfer Landeskirchenamt ab dem 1. September auf die profilierte und weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannte Ökumeneexpertin Barbara Rudolph, die aus gesundheitlichen Gründen im Alter von 64 Jahren in den Ruhestand tritt.

In einer ersten Reaktion nannte sie die künftigen Aufgaben „ungemein reizvoll“. „Das eine ist das Thema Seelsorge, was uns hier auf der Synode sehr beschäftigt hat, das zu stützen und zu stärken, nehme ich mir vor“, sagte Janssen. Zudem wolle sie sich mit dem Thema Klimaschutz beschäftigen. Dazu beschloss die Synode am Ende ihrer fünftägigen, nur im Internet durchgeführten Tagung am Donnerstag ein Papier, wonach die Landeskirche bis 2035 treibhausgasneutral sein wolle. Bis 2027 sollten die Kirchengemeinden entscheiden, welche ihrer Gebäude sie künftig benötigen. Anschließend sollen diese Liegenschaften saniert werden – unter Einbeziehung von Denkmalschutz und staatlichen Fördermöglichkeiten.

Für 2022 prognostiziert der Leiter der landeskirchlichen Finanzabteilung einen Überschuss von rund 3,7 Millionen Euro

Neben dem Beschluss zum Klimaschutz verabschiedete das evangelische Kirchenparlament am Donnerstag auch den Haushalt der 2,3 Millionen Gemeindeglieder zählenden Landeskirche. Er hat ein Gesamtvolumen von 542 Millionen Euro. Das sind zehn Millionen Euro mehr, als im Jahr zuvor. Für 2022 prognostiziert der Leiter der landeskirchlichen Finanzabteilung, Oberkirchenrat Henning Boecker, einen Überschuss von rund 3,7 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Rheinische Kirche noch ein Defizit von mehr als sieben Millionen Euro erwirtschaftet.

Scharfe Kritik übten die Synodalen an der Flüchtlingspolitik der EU. In einem Flüchtlingsbericht ließen sie sich etwa über die Lage an der polnisch-weißrussischen Grenze informieren. „Von Bericht zu Bericht werden die Rechtsbrüche der EU und das Brechen von internationalen Verträgen immer dreister“, kritisierte die scheidende Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Auch den noch immer in Afghanistan festsitzenden Ortskräften werde viel zu langsam geholfen.

Eine Solidaritätserklärung gab die Landeskirche schließlich für die westfälische Pfarrerin Melanie Jansen ab. Die Theologin erhält Morddrohungen, weil sie in ihrer Kirche Friedensgebete organisiert und an die Opfer der Corona-Pandemie erinnert. „Wir stehen in uneingeschränkter Solidarität hinter unserer Kollegin und Schwester in Christus und an der Seite aller Menschen, die gegen Hass und Gewalt Position beziehen“, heißt es in der Erklärung der Landessynode.