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Corona: NRW will Anmeldepflicht für Privatfeiern

Reaktion auf Corona-Ausbrüche : NRW will Anmeldepflicht für Privatfeiern

Die Landesregierung von NRW will künftig verhindern, dass große Privatfeiern - wie zuletzt in Hamm - zu Corona-Ausbrüchen führen. Gesundheitsminister Laumann will die Auflagen wieder verschärfen.

Als Konsequenz aus Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm sollen die Vorschriften nun landesweit verschärft werden. „Wir werden in die Corona-Schutzverordnung hineinschreiben, dass Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag dem Radioprogramm WDR 2.

Außerdem sei dabei ein Verantwortlicher zu benennen und eine Gästeliste einzureichen. „Dann kann das Ordnungsamt solche Feiern auch mal kontrollieren“, sagte Laumann. Die Feier in Hamm sei größer gewesen als erlaubt. Außerdem sei die Teilnehmerliste nicht in Ordnung gewesen, was die Nachverfolgung erschwere. Die Feier hätte so gar nicht stattfinden dürfen.

In der Stadt Hamm waren in der Folge die Corona-Neuinfektionszahlen auf den bundesweit höchsten Wert geklettert. Die Stadt hatte am Mittwoch 94,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen verzeichnet. Das Robert Koch-Institut, das die Zahlen mit zeitlichem Verzug veröffentlicht, wies am Donnerstagmorgen einen Wert von 88,2 aus. Seit Mittwoch dürfen sich zum Schutz gegen die Pandemie im öffentlichen Raum in Hamm nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten gemeinsam aufhalten.

Für Remscheid meldete das RKI am Donnerstag einen offenbar fehlerhaften sogenannten Wocheninzidenz-Wert von 43,2. Nach Angaben der Stadt und des Landeszentrums Gesundheit sind in dieser Zahl „aufgrund eines Übermittlungsproblems“ keine neuen Fälle vom Mittwoch enthalten. Für Donnerstagvormittag (11.00 Uhr) gab das Landeszentrum NRW die Wocheninzidenz mit 55,9 an. Am Mittwoch hatte der Wert noch bei 51,4 gelegen. Bei Überschreiten der 50er-Marke sieht die Corona-Schutzverordnung in NRW „zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen“ vor.

Hamm und Remscheid haben wegen der hohen Neuinfektionswerte ihre Corona-Auflagen bereits massiv verschärft. An weiterführenden Schulen gilt wieder die Maskenpflicht im Unterricht, für private Kontakte gelten strengere Auflagen als anderswo in Nordrhein-Westfalen.

Vom Corona-Ausbruch in Hamm infolge einer Hochzeitsfeier sind auch viele Schulkinder betroffen. „Wir haben mehr als 40 infizierte Kinder und Jugendliche an Schulen“, sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag. Derzeit seien neun Schulen betroffen. Nur in einem Fall gebe es keine Verbindung mit der Hochzeit.

„Die Klassen der infizierten Kinder sind in Quarantäne gesetzt worden und werden auch verpflichtend getestet.“ Dies gelte auch für die Lehrer, die in den Klassen unterrichtet haben. Die betroffenen Klassen erhielten Unterricht auf Distanz. „Die anderen Klassen und Stufen an den Schulen können erstmal weiter zur Schule gehen“, sagte der Sprecher weiter.

(dpa)