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Corona - Regeln - Deutschland: Diese Maßnahmen haben Bund und Länder beschlossen

Bis mindestens 20. Dezember : Diese Corona-Regeln gelten nun in Deutschland

Um die Corona-Pandemie in Deutschland einzudämmen, haben Bund und Länder schärfere Maßnahmen beschlossen, die bundesweit gelten. Für Weihnachten und Silvester wurden allerdings Sonderregeln angekündigt. Die Antworten auf jetzt wichtige Fragen.

Bundeskanzerlin Angela Merkel hat am Donnerstagmorgen bei ihrer Ansprache vor dem Bundestag klare Worte gefunden: „Wir haben ganz ohne Zweifel noch einmal schwierige Monate vor uns.“ Aber jeder könne aktiv dazu beitragen, dass man sie gut durchstehe.

Um das Coronavirus in Deutschland einzugrenzen, hatte Merkel gemeinsam mit den Länderchefs am Mittwochabend bundesweite Maßnahmen beschlossen. Was nun zu beachten ist:

Mit wie vielen Personen darf ich mich treffen?

Private Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten dürfen nur mit dem eigenen und einem weiteren Haushalt stattfinden. Dabei dürfen allerdings maximal fünf Personen anwesend sein. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen. Diese Regel gilt bundesweit, nur Schleswig-Holstein hält wegen des regionalen Infektionsaufkommens an den bisherigen Kontaktbeschränkungen fest.

Generell gilt aber weiterhin, möglichst zu Hause zu bleiben, alle nicht notwendigen Kontakte unbedingt zu vermeiden und bei Treffen die AHA+AL Regeln (Abstand, Hygienemaßnahmen, Alltagsmasken, CoronaWarnApp, Lüften) zu beachten.

Wo muss ich eine Maske tragen?

Der Mund-Nasen-Schutz ist weiterhin in geschlossenen Räumen von öffentlichen Gebäuden, im Besuchs- oder Kundenverkehr sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen. Auch unter freiem Himmel muss an Orten mit Publikumsverkehr in Innenstädten, und dort, wo sich Menschen auf engem Raum oder nicht vorübergehend aufhalten, eine Maske getragen werden. Welche Orte das lokal genau sind, legt die hiesige Behörde fest.

Ein Mund-Nasen-Schutz muss auch auf der Arbeit und in Betriebsstätten aufgesetzt werden. Nur der eigene Platz ist ausgeschlossen, sofern zu anderen Personen ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann.

Bleiben die Geschäfte weiterhin geöffnet?

Der Groß- und Einzelhandel bleibt weiterhin geöffnet. Die Maskenpflicht wird allerdings dahingehend erweitert, dass nicht mehr nur in den Läden, sondern auch vor den Gebäuden und auf Parkplätzen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Außerdem bittet die Bundesregierung darum, Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter der Woche zu tätigen.

Bei Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern darf höchstens eine Person pro 10 Quadratmetern den Laden betreten. Ist die Verkaufsfläche größer, darf sich ab dem 801. Quadratmeter höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche im Laden befinden. Bei Einkaufszentren wird die jeweilige Gesamtverkaufsfläche gemessen.

Wie geht es mit dem Unterricht in Schulen und Universitäten weiter?

Bund und Länder wollen so lang wie möglich am Präsenzunterricht festhalten. In dem Beschluss heißt es: „Das Recht auf Bildung kann am besten durch Lernen und Lehren in Präsenz gewährleistet werden. Das gilt für die Jüngeren, die noch wenig Schul- und Lernerfahrung haben, genauso wie für ältere Schülerinnen und Schüler, die in Kürze ihre Abschlüsse absolvieren.“ Dabei spiele neben der Bildung an sich auch das soziale Miteinander eine zentrale Rolle.

Um das Infektionsrisiko allerdings gering zu halten, gilt in Regionen mit einem Inzidenzwert von über 50 auf dem Schulgelände, wo kein Abstand eingehalten werden kann, und im Unterricht ab der siebten Klasse eine Maskenpflicht. An Schulen, wo es kein Infektionsgeschehen gibt, kann diese Regel aufgehoben werden. Übersteigt der Inzidenzwert die 200-Marke, können hingegen weitere Maßnahmen für die Schüler ab der achten Jahrgangsstufe schulspezifisch eingeführt werden. Lediglich Abschlussklassen sind davon ausgenommen.

Klassenfahrten und Schüleraustausche sind weiterhin untersagt.

Hochschulen und Universitäten sollen möglichst digitale Lehre anbieten.

Kann mein Kind weiterhin in die Kita gehen?

Ja, Kinderbetreuungseinrichtungen wie Kitas, Kindergärten oder Horte bleiben geöffnet.

Werden wir bis zum Ende des Jahres im Home Office arbeiten?

Um auch auf der Arbeit Kontakte zu vermeiden, sollen Arbeitgeber möglichst Home-Office für die Mitarbeiter zu ermöglichen. Vor allem für die Zeit zwischen dem 23. Dezember und 1. Januar sollen Arbeitnehmer möglichst von zu Hause aus arbeiten.

Wie geht es mit der Gastronomie, Kultur und dem Tourismus weiter?

 Gastronomiebetriebe bleiben weiterhin geschlossen und auch andere, derzeit geschlossenen Einrichtungen dürfen nicht wieder öffnen. Außerdem fordert die Regierung dazu auf, alle nicht zwingend notwendigen beruflichen und privaten Reisen - vor allem touristische Reisen auch ins Ausland - zu vermeiden.

Übernachtungsmöglichkeiten werden im Inland nur für notwendige und ausdrücklich nicht für touristische Zwecke angeboten. Der Skitourismus ist in Deutschland bis zum 10. Januar nicht zugelassen.

Gibt es Sonderregeln für Weihnachten und Silvester?

Laut den Beschlüssen sollen die Maßnahmen an den Feiertagen bis einschließlich Silvester - also vom 23. Dezember bis zum 1. Januar - etwas gelockert werden. Demnach soll Weihnachten im engsten Familien- und Freundeskreis mit höchstens zehn Menschen gefeiert werden können. Kinder bis 14 Jahre sind dabei nicht eingerechnet.

Die Bürger werden allerdings aufgefordert, vor allem bei Treffen mit älteren Familienmitgliedern, etwa fünf bis sieben Tage vorher die Kontakte auf das wirklich notwendigste zu reduzieren. Auch durch die bundesweit vorgezogenen Schulferien soll dies unterstützt werden.

Auch vom Besuch eines Weihnachtsgottedienstes wird dringend abgeraten. In dem Beschluss erklären Bund und Länder, mit den Religionsgemeinschaften das Gespräch suchen zu wollen, um Vereinbarungen für eine Kontaktreduzierung für Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte zu treffen.

Das Böllern an Silvester soll vermieden werden. Hiesige Behörden entscheiden, auf welchen öffentlichen Plätzen es sogar ganz verboten ist. So soll umgangen werden, dass sich größere Gruppen bilden und das Infektionsrisiko steigt. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sind untersagt.

Bis wann gelten die aktuellen Regeln?

Merkel und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch vereinbart, die zunächst am 28. Oktober beschlossenen, bundesweiten Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens bis zum 20. Dezember zu verlängern und gegebenenfalls nochmals zu verschärfen. Für den Zeitraum zwischen Weihnachten und Silvester gelten die bereits beschriebenen Sonderregeln. Überschreitet eine Region einen Inzidenzwert von 200 und birgt somit eine extreme Infektionslage, halten sich Bund und Länder offen, an betroffenen Orten die Maßnahmen zu verschärfen.

Wie geht es weiter?

Um über etwaige Lockerungen zu entscheiden, hält die Regierung am bisherigen Inzidenzwert fest: Bei 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern kann eine Kontaktverfolgung gewährleistet werden. Erst wenn diese Orientierungsmarke erreicht sei, könnte sich die Lage etwas entspannen und Maßnahmen eventuell reduziert werden. Es würden allerdings auch weiter Indikatoren betrachtet, um die Situation zu beurteilen. Die Überlastung des Gesundheitssystems oder die Infektionsdynamik seien dabei besonders wichtig. Deshalb würden auch beispielsweise der R-Wert oder die Verdopplungszeit bei Entscheidungen herangezogen. Vor Weihnachten soll die Lage neu bewertet und über die Maßnahmen beraten werden.

Bei ihrer Ansprache am Donnerstag wiederholte Merkel, was sie bereits vor einem Monat bei ihrer letzten Regierungserklärung im Bundestag gesagt hatte: „Der Winter wird schwer, aber er wird enden.“

(mit Material dpa und epd)