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Corona-Regeln NRW aktuell: 2G-plus, Quarantäne, Johnson-Booster - was gilt wo?

Neue Verordnung ab 16. Januar : Diese Corona-Regeln gelten jetzt in NRW

Die NRW-Landesregierung hat die Maßnahmen gegen Corona am Sonntag erneut verändert. Vorteile haben Menschen mit Booster-Impfung. Obendrein gelten neue Quarantäne-Bestimmungen. Eine Übersicht.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sowie der sich rasch ausbreitenden Omikron-Variante hat das Land Nordrhein-Westfalen ab Sonntag, 16. Januar, die Corona-Regeln erneut verändert. Zuletzt waren die Maßnahmen drei Tage zuvor verschräft worden. Unter anderem gelten neue Quarantäne-Regelungen. Die 2G-plus-Regelung wurde in Teilen gelockert:  Von der Testpflicht für Restaurants, Kneipen, Hallenbäder und Fitnessstudios ausgenommen sind nun nicht mehr nur Geboosterte. Verlierer der neuen Corona-Schutzverordnung sind Johnson & Johnson-Geimpfte. Wir stellen die wichtigsten Änderungen der Corona-Regeln für NRW im Überblick vor.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte auf einer Pressekonferenz zu den Änderungen am Dienstag vereinfachend klargestellt, „dass wir in NRW im gesamten Freizeitbereich bei 2G sind und auch bei 2G bleiben“, also nur vollständig Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Freizeiteinrichtungen haben. „Da, wo man im Freizeitbereich keine Maske tragen kann, haben wir eine 2G-plus-Regelung“, ergänzte Laumann. Hier müssen vollständig Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Corona-Test nachweisen.

Corona-Regeln in NRW: 2G-plus-Regel im Freizeit- und Kulturbereich

  • ERLEICHTERUNGEN FÜR GEBOOSTERTE: Grundimmunisierte und Genesene dürfen viele Bereiche in NRW nur noch betreten, wenn sie zusätzlich einen negativen Test vorlegen (2G-plus-Regel). Menschen, die bereits eine Corona-Boosterimpfung erhalten haben, werden demgegenüber in vielen Bereichen von der zusätzlichen Testpflicht befreit. Wer die Auffrischungsimpfung hat, muss demnach unter anderem im Freizeitsport oder in der Gastronomie keinen Test mehr vorlegen. Von der Testpflicht ausgenommen sind jetzt auch geimpfte Genesene sowie doppelt Geimpfte zwischen dem 15. und 90. Tag nach der zweiten Impfung. Sogar ungeimpfte Genesene dürfen ebenfalls in einem gewissen Zeitraum ohne Test in Fitnessstudio, Schwimmbad, Restaurant und Kneipe - ab dem 28. Tag ihres positiven PCR-Tests bis zum 90. Tag. Dafür gilt nur noch als geboostert, wer unabhängig vom Wirkstoff tatsächlich drei Corona-Schutzimpfungen erhalten hat - auch Menschen, die den Einfach-Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben. (Lesen Sie dazu auch: Wann gelten mit Johnson & Johnson Geimpfte als geboostert?)
  • VERSCHÄRFTE ZUGANGSBESCHRÄNKUNG: Die 2G-plus-Regel wird mit der neuen Corona-Schutzverordnung, die bis zum 9. Februar gültig ist, ausgeweitet. Die Zugangsbeschränkung auf immunisierte Personen, die zusätzlich über einen aktuellen Test verfügen müssen, gilt bisher schon beim Sport in Innenräumen, in Schwimmbädern und bei Wellnessangeboten. Sie wird auf den Besuch der Gastronomie ausgeweitet, für den dann zusätzlich ein negativer Schnelltestnachweis nicht älter als 24 Stunden nötig ist. Ausgenommen von der neuen Beschränkung im Gastronomiebereich ist das Abholen von Speisen und Getränken. In Freizeitbereichen, wo man eine Maske tragen könne, bleibe es hingegen bei der 2G-Regel.
  • 2G-PLUS-REGELUNG - WAS GILT FÜR KINDER?: Kinder und Jugendliche bis zum Alter von einschließlich 15 Jahren sind immunisierten Personen gleichgestellt. Auf Anfrage erklärt das NRW-Gesundheitsministerium, dass Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen gelten. Kinder bis zum Schuleintritt sind getesteten Personen gleichgestellt, auch ohne einen Corona-Schnelltest zu machen. Kindern und Jugendlichen ist also ein Zutritt zu Einrichtungen, an denen die 2G-plus-Regelung gilt, gestattet.

NRW-Corona-Regeln: Tests vor Ort reichen als Zugangsvoraussetzung

  • CORONATESTS VOR ORT: Seit vergangenem Donnerstag reichen in NRW vielerorts beaufsichtigte Selbsttests als offizieller Testnachweis. Dort, wo ein Test zu den Zutrittsvoraussetzungen zählt (3G oder 2G-plus), könne ein Selbsttest unter Aufsicht durchgeführt werden anstatt einen Testnachweis von offizieller Stelle vorzulegen. Das gelte etwa beim Betreten eines Fitnessstudios mit einem Test unter Aufsicht des Empfangspersonals oder beim Sport unter Aufsicht des Trainers, erläuterte das NRW-Gesundheitsministerium. Die Aufsichtspersonen könnten allerdings keine Testnachweise ausstellen, die auch andernorts zum Eintritt berechtigten. Das könnten weiter nur offizielle Teststellen. Ob und in welcher Form Tests vor Ort angeboten würden, entscheide der jeweilige Betreiber.
  • ZUSCHAUER IN SPORTARENEN: In Nordrhein-Westfalen dürfen Sportarenen seit Donnerstag an wieder mit Zuschauern besetzt werden - allerdings vorerst nur mit maximal 750 Personen. Dieselbe Obergrenze gilt auch für Museen, Theater und Co.
  • MASKENPFLICHT: Die Ausnahmen von der Maskenpflicht werden nach Angaben des NRW-Gesundheitsministerium wieder reduziert und die Verpflichtung zum Tragen von medizinischen Masken ausgeweitet. Dies betreffe insbesondere die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Warteschlangen im Freien und bei Veranstaltungen und Versammlungen, sofern für sie keine 3G-Zugangsregelung (geimpft, genesen oder getestet) oder 2G-Zugangsregelung (geimpft oder genesen) gelte. Weiterhin gilt die Maskenpflicht in Innenräumen, in denen mehrere Personen zusammentreffen. Verzichtet werden kann auf die Maske unter anderem in gastronomischen Einrichtungen an festen Sitzplätzen oder „zur notwendigen Einnahme von Speisen und Getränken“, wie es in der NRW-Coronaschutzverordnung heißt.

Quarantäne-Regeln in NRW werden verkürzt

  • CLUBS UND DISKOTHEKEN BLEIBEN GESCHLOSSEN: Clubs, Diskotheken und vergleichbare Einrichtungen müssen laut der aktualisierten NRW-Coronaschutzverordnung weiterhin geschlossen bleiben. Explizit untersagt wird nun auch der „Betrieb von Swingerclubs sowie vergleichbare Angebote“.
  • QUARANTÄNE-REGELN IN NRW: In NRW gilt ab sofort eine verkürzte Isolierungs- und Quarantänedauer für Corona-Infizierte und ihre Kontaktpersonen. Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss sich demnach für zehn Tage isolieren. Mit einem negativen offiziellen Schnelltest oder PCR-Test kann die Dauer auf sieben Tage verkürzt werden. Voraussetzung ist, dass die Person zuvor mindestens 48 Stunden symptomfrei ist. Kontaktpersonen, die mit einer infizierten Person im gleichen Haushalt leben, müssen ebenfalls zehn Tage in Quarantäne. Auch sie können bei Symptomfreiheit die Quarantäne durch einen negativen offiziellen Schnelltest oder PCR-Test auf sieben Tage verkürzen. Für Kita-Kinder und Schüler kann die Quarantänezeit mit einem negativen Test sogar auf fünf Tage verkürzt werden. Überhaupt nicht mehr in Quarantäne müssen Kontaktpersonen, die bereits eine Auffrischungsimpfung gegen Corona erhalten haben. Auch geimpfte Genesene, zweifach Geimpfte bis zum 90. Tag nach der zweiten Impfung sowie Genesene bis zum 90. Tag nach dem positiven Test sind von der Quarantäne befreit. (Lesen Sie dazu auch: Diese Quarantäne-Regeln gelten aktuell in NRW.)

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(mit dpa)