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Corona-Regeln: Was Sie zur Hospitalisierungsrate wissen müssen

Neuer Maßstab für Corona-Regeln : Was Sie zur Hospitalisierungsrate wissen müssen

Wie viele Menschen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen werden, soll über die neuen Corona-Regeln entscheiden. 2G, 2G Plus oder Kontaktbeschränkungen sind je nach Wert möglich. Doch was steckt hinter der wichtigen Kennzahl?

Was ist die Hospitalisierungsrate?

Wie viele Menschen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen werden, soll über die neuen Corona-Regeln entscheiden. Doch was steckt hinter der wichtigen Kennzahl? Die Hospitalisierungsrate gibt an, wie viele Corona-Infizierte pro 100 000 Personen in den vergangenen sieben Tagen in Kliniken eingeliefert werden. Der Wert wird auch Hospitalisierungsinzidenz, -index oder Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz genannt. Die Krankenhäuser melden dafür die eingelieferten Corona-Fälle an die jeweiligen Gesundheitsämter. „Der Grund für die Aufnahme im Krankenhaus muss in Zusammenhang mit der Covid-19-Erkrankung stehen“, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium (BMG). Die Meldung ans Gesundheitsamt müsse innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme erfolgen.

Ab welcher Hospitalisierungsrate greifen welche Maßnahmen?

Bund und Länder haben ein Stufenmodell vereinbart. Ab einem Hospitalisierungsindex von drei gilt 2G (Zutritt für Geimpfte und Genesene) für Veranstaltungen, Hotels und Gastronomie. Ab einem Wert von sechs gilt 2G-Plus, Geimpfte und Genesene müssen für den Zutritt dann einen negativen Corona-Test vorweisen. Ab einem Index von neun können die Länder härtere Maßnahmen verhängen – etwa Kontaktbeschränkungen oder Verbote von Veranstaltungen.

Welche Hospitalisierungsrate hat NRW?

Die Hospitalisierungsinzidenz in NRW liegt aktuell (Stand Freitag) bei 4. Damit ist sie etwas höher als noch vor einem Monat, Mitte Oktober lag sie noch bei 3,5. Allerdings sinkt die Hospitalisierungsrate derzeit, am Freitag vor einer Woche lag sie noch bei 5,7. Bundesweit liegt der Wert aktuell bei 5,3. Am höchsten ist die Hospita lisierungsrate aktuell in Thüringen (17,6) und Sachsen-Anhalt (11,9), am niedrigsten in Hamburg (1,9) und Niedersachsen (2,3).

Warum wird die 7-Tages-Hospitalisierung nicht nach Stadt und Landkreis erfasst?

Die Hospitalisierungsrate ist ein landesweiter oder bundesweiter Wert. Er wird nicht für einzelne Städte oder Kreise berechnet. Denn eine solche Berechnung würde den Wert zu sehr verzerren: Städte mit großen Kliniken, die viele Corona-Patienten aufnehmen, würden eine besonders hohe Hospitalisierungsrate haben. Solche, in denen kaum oder keine Patienten behandelt werden, würden einen niedrigen Wert aufweisen – auch wenn es eigentlich viele Hospitalisierungen von Menschen aus dieser Stadt gäbe.

Wie werden Corona-Patienten auf die Stationen verteilt?

Um eine Überlastung der 16 Länder zu vermeiden, s ind sie in fünf Gruppen nach dem sogenannten Kleeblattprinzip unterteilt. Ist in einem Kleeblatt die Belastung zu hoch, soll ein anderes übernehmen, um eine länderübergreifende Versorgung sicherzustellen.

Welche Kritik gibt es an der Entscheidung?

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz findet die Hospitalisierungsrate als Maßstab nicht verlässlich genug. Die Hospitalisierungsrate sei weder eine aktuelle Zahl, noch spiegele der Wert die tatsächliche Belastung der Krankenhäuser wider, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Das BMG räumt ein, dass die Datenqualität von der Schnelligkeit der Meldungen abhänge: „Die Hospitalisierungsinzidenz wird nach Meldedatum des Falles ausgewiesen und nicht nach dem Hospitalisierungsdatum. Durch Nachmeldungen kann sich der Wert für zurückliegende Zeiträume verändern.“