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Coronavirus in NRW: Aktuelle Corona-Regeln, Infos und Maßnahmen

Coronaschutzverordnung wurde verlängert : Was nun in NRW verboten und was erlaubt ist

Mehr Menschen bei Feiern wie Hochzeiten, mehr Teilnehmer beim Kontaktsport: NRW hat weitere Corona-Regeln gelockert, die Schutzverordnung mit der Maskenpflicht zugleich bis Mitte August verlängert. Ein Überblick.

Nordrhein-Westfalen hat weitere Corona-Schutzmaßnahmen gelockert: Das Kabinett hat am Sonntag, 12. Juli, beschlossen, dass bis zu 150 Menschen an Festen aus besonderen Anlässen, insbesondere Hochzeiten, teilnehmen dürfen. Das gleiche gilt für Beerdigungen. Kultur- und andere Veranstaltungen brauchen demnach erst ab 300 Teilnehmern ein Hygienekonzept vorlegen. Neue Regeln gibt es auch beim Kontaktsport in der Halle sowie bei der Einreise aus Risikogebieten. Die geänderte Coronaschutzverordnung und die Coronaeinreiseverordnung gelten zunächst bis zum 11. August, verlängert hat das Land NRW zudem die Maskenpflicht.

Diese Regeln gelten nun in NRW:

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN

Die Kontaktbeschränkungen gelten im Rahmen der Verlängerung der Coronaschutzverordnung bis zum 11. August. Neben den bisher möglichen Konstellationen (Familie oder zwei Haushalte) dürfen sich aber inzwischen Gruppen von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Voraussetzung: Die Rückverfolgbarkeit der am Treffen beteiligten Personen ist sichergestellt.

MASKENPFLICHT

Indem Mund und Nase mit Stoff bedeckt werden, soll die Gefahr minimiert werden, Mitmenschen mit dem Coronavirus anzustecken. Auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher sind erlaubt. Die Pflicht gilt seit dem 27. April in Bussen und Bahnen, in allen Ladengeschäften und Ausstellungsräumen, auf Wochenmärkten, in Einkaufszentren, an Haltestellen und Bahnhöfe, in Taxis, Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens, in der Post, in Banken und in Tankstellen. Die Maskenpflicht wurde am 12. Juli ebenfalls bis Mitte August verlängert.

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ZUTRITTSBEGRENZUNG IM HANDEL

Die flächenabhängige Zutrittsbegrenzung in Geschäften wurde ab dem 15. Juni von einer Person pro zehn Quadratmeter auf eine Person pro sieben Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert. Das gilt laut Coronaschutzverordnung auch für Museen und Ausstellungen sowie für Zoos Tierparks.

VERANSTALTUNGEN UND FESTE

Besondere Feierlichkeiten wie Jubiläen, Hochzeiten oder Taufen sind mit maximal 50 Teilnehmern in NRW wieder möglich. Foto: kath_arina auf Pixabay

Große Veranstaltungen und Feste bleiben zwar weiterhin untersagt, mit Änderung der Coronaschutzverordnung am 12. Juli dürfen aber Feste aus besonderem Anlass, insbesondere Hochzeiten, bei Sicherstellung der Kontaktnachverfolgung mit bis zu 150 Personen gefeiert werden. Gleiches gilt für Beerdigungen. Diese neue Regelung gilt demnach auch für andere Feste aus besonderem Anlass wie Jubiläen, Tauf-, Geburtstags- oder Abschlussfeiern.

Bei Kultur- und sonstigen Veranstaltungen wird der Schwellenwert, ab dem ein Hygienekonzept vorgelegt werden muss, von 100 auf 300 Personen angehoben. Großveranstaltungen mit mehr als 300 Personen sind nur in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt zulässig und bedürfen eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes. Gibt es feste Sitzplätze und kann die Rückverfolgung der Teilnehmer sichergestellt werden, kann das Abstandsgebot von eineinhalb Metern entfallen.

GASTRONOMIE

Das Land NRW erlaubt Bars, nach den für die übrige Gastronomie geltenden Maßgaben ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Clubs und Diskotheken müssen jedoch weiterhin geschlossen bleiben. Auch Bordellen bleibt der Betrieb weiter untersagt.

Restaurants, Cafés und Kneipen mit Sitzplätzen dürfen bereits seit dem 11. Mai im Innen- und Außenbereich öffnen. Voraussetzung sind 1,5 Meter Tisch-Abstand, gemessen von Rückenlehne zu Rückenlehne. Die Wirte müssen die Gäste namentlich registrieren. Es gibt keine Einschränkungen bei den Öffnungszeiten und der Verweildauer. Verboten sind weiterhin Buffets mit offenen Speisen.

FLOHMÄRKTE und FREIZEITEINRICHTUNGEN

Ab dem 15. Juni dürfen Flohmärkte und Trödelmärkte in NRW wieder stattfinden, wenn sie ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept befolgen. Auch „vorübergehende Freizeitparks aus einer Mehrzahl von Schaustellerbetrieben“ können in Abstimmung mit den zuständigen Behörden zugelassen werden.

WELLNESS und ERLEBNISBÄDER

Wellnesseinrichtungen und Saunabetriebe sowie Erlebnis- und Spaßäder können ihren Betrieb unter Auflagen der Hygiene- und Infektionsschutzstandards wieder aufnehmen. Die Nutzungsbegrenzung auf Bahnenschwimmbecken entfällt.

FREI- UND HALLENBÄDER

Vorgeschrieben wird eine begrenzte Zahl an Gästen, der stetige Mindestabstand - auch im Becken und in Duschen - sowie Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Jeder Besucher soll zudem registriert werden. Gäste müssen sich nach Betreten des Freibads die Hände waschen oder desinfizieren. Freibäder dürfen seit dem 20. Mai wieder öffnen. Hallenbäder dürfen ab dem 30. Mai wieder den Betrieb aufnehmen.

SPORTARTEN MIT KÖRPERKONTAKT

Im Rahmen der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen (Gruppen bis zu zehn Personen, Verwandte in gerader Linie oder Angehörige von zwei Haushalten) ist Kontaktsport ab dem 15. Juni auch in geschlossenen Räumen wieder erlaubt. Seit dem 12. Juli ist Kontaktsport im Freien sowie in der Halle mit bis zu 30 Personen erlaubt. Voraussetzung: Die Rückverfolgung der Teilnehmer muss sichergestellt sein. Auch Wettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport sind unter Auflagen auch in geschlossenen Räumen und Hallen wieder zulässig. Die Zuschauerzahl darf 300 nicht überschreiten.

GRUNDSCHULEN

Ab Montag, 15. Juni, durften grundsätzlich alle 600.000 Grundschüler in NRW wieder täglich zur Schule gehen. Die Lerngruppen sollen strikt unter sich bleiben, das Abstandsgebot soll dann fallen, hatte das NRW-Schulministerium mitgeteilt. Anfangs- und Pausenzeiten müssen gestaffelt werden - wenn das nicht möglich sei, sollen etwa im Flur, Sanitärbereich oder auf dem Pausenhof weiter die Abstandsregeln eingehalten werden.

Das verlangsamte Infektionsgeschehen lasse einen „verantwortungsvollen Normalbetrieb“ wieder zu, hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) betont. Jeder Tag zähle. Das Schuljahr endet in NRW am 26. Juni. An der neuen Vorgabe hatte es scharfe Kritik von Eltern- und Lehrerseite gegeben.

KITAS

Nach wochenlanger Zwangspause haben die Kitas in NRW seit dem 8. Juni wieder für alle Kinder geöffnet - allerdings mit verkürzten Betreuungszeiten.Nach den Vorgaben des Landes sollen die Kinder bis zum 31. August jeweils zehn Stunden weniger betreut werden als bisher - also nur noch 15, 25 oder 35 Stunden statt 25, 35 oder 45 Stunden. Die Notbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen und berufstätiger Alleinerziehender endete mit Aufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs.

KONZERTE, THEATER und KINO

Kinos, Theater, Oper und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet ist und es ein Zutrittskonzept gibt. Ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist notwendig, wenn mehr als ein Viertel der regulären Zuschauerkapazität oder mehr als 100 Personen zuschauen sollen. Wenn es weniger Personen sind, müssen dennoch die Hygienevorgaben eingehalten werden.

MESSEN

Fachmessen und Fachkongresse können mit Schutzkonzepten und beschränkter Besucher- und Teilnehmerzahl wieder stattfinden.

FERIENFREIZEITEN

Kinder und Jugendliche dürfen wieder zu Ferienfreizeiten oder in die Stadtranderholung. Ungetrübter Spaß wird das allerdings nicht: „Aktivitäten mit direktem Körperkontakt sollten auf ein Minimum beschränkt werden“, heißt es in den Hygieneregeln. „Bei größeren Gruppen von mehr als 15 Teilnehmenden sind feste Bezugsgruppen zu bilden“ - die dann vom Mindestabstand befreit sind. Treffen sie auf eine andere Gruppe, gilt wieder das Abstandsgebot.

„Soweit der Mindestabstand aufgrund räumlicher Verhältnisse oder zwingender programmbedingter Abläufe nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung vorzugeben.“ Die Teilnehmer müssen daher immer eine Maske dabei haben. Die Betreuer müssen Ersatz parat haben. „Die Belegung von Zimmern/ Zelten darf höchstens mit der halben maximalen Kapazität unter Einhaltung des Mindestabstands der Betten/Isomatten o.ä. erfolgen.“

TATTOO- UND PIERCINGSTUDIOS

Nach Massage- oder Kosmetikstudios dürfen auch Tattoo- und Piercingstudios wieder öffnen. Dort gelten die gleichen Hygienevorgaben, wozu ein Mund-Nase-Schutz und - bei Behandlungen am Gesicht - für die Dienstleister eine Spezialmaske, Schutzbrille oder Schutzschild gehören.

PICKNICKS und GRILLEN

Wie die Landesregierung via Twitter mitteilte, sind auch Picknicks wieder erlaubt. Auch das Grillen im Park ist wieder gestattet.

CHORPROBEN

Ebenfalls in der Coronaschutz-Verordnung festgehalten: Die Regelung für - zuvor verbotene - Chorproben. So dürfen seit dem 20. Mai mehrere Sänger in Opern oder Konzerthäusern wieder gemeinsam üben. Aber: Stehen sie nebeneinander, müssen die Sängerinnen und Sänger drei Meter Abstand halten. Stehen sie in mehreren Reihen, wird es noch komplizierter: Hier sind 6 Meter Abstand in „Ausstoßrichtung“ vorgeschrieben. Zudem ist „eine Raumgröße von mindestens zehn Quadratmetern pro Person vorzusehen.“

TOURISMUS/HOTELS

Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen seit dem 11. Mai unter Auflagen auch zu touristischen Zwecken wieder genutzt werden. Freizeitparks, Ausflugsschiffe, Fahrrad- und Bootsverleihe dürfen öffnen. Hotels dürfen seit dem 18. Mai wieder öffnen. „Beschäftigte, die direkten Kontakt mit Gästen haben, müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.“ Die Zimmerreinigung soll „bei kürzeren Aufenthalten“ nicht jeden Tag sondern nur nach der Abreise erfolgen. Alles, was im Zimmer liegt - zum Beispiel Zeitschriften oder Kulis - muss mindestens nach jedem Gästewechsel gereinigt werden.

Änderungen gibt es seit dem 13. Juli auch zur Einreise aus Corona-Risikogebieten: Beschäftigte aus kritischen Infrastrukturen würden nach der Rückreise vom Sommerurlaub oder Verwandtenbesuch aus einem Risikogebiet nicht mehr automatisch von der Quarantänepflicht ausgenommen, sondern nur nach einem negativen Test. Damit werde ausreichenden Testkapazitäten Rechnung getragen.

Die weltweite Reisewarnung für Touristen wird ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufgehoben. Konkret geht es um Reisen in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, in Schengen-assoziierte Staaten und in das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Für 160 Länder gilt bis Ende August weiterhin eine Reisewarnung.

BESUCH IM PFLEGEHEIM

Bewohner von Alters- und Pflegeheimen dürfen seit dem 10. Mai unter strengen Auflagen wieder Besuch bekommen. Nach den Plänen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann könnten die Besuche etwa in separaten Arealen oder im Außenbereich stattfinden. Mit Schutzkleidung dürfen Besucher die Heime auch betreten und etwa bettlägerige Personen in ihrem Zimmer besuchen. Möglich sind Besuche von bis zu zwei Personen in den einzelnen Räumen. Direkt in das Zimmer eines Bewohners darf nur eine Person. Die Dauer des Besuchs ist auf höchstens zwei Stunden pro Besuch und Tag begrenzt. Darüber hinaus gelten die üblichen Hygieneregeln wie das Tragen von Masken und das Nutzen von Desinfektionsmittel.

Am 20. Juni hat NRW die Regeln für Besuche in Pflegeheimen gelockert und wieder ausdrücklich körperlichen Kontakt wie etwa Umarmungen erlaubt. Auch Café-Besuche außerhalb der Einrichtungen sind wieder möglich. Vom 1. Juli an können Bewohner zudem wieder Besuch in ihren Zimmern empfangen.

KRANKENHÄUSER

Einzelne Krankenhäuser können Besuche bereits seit 11. Mai wieder zulassen, soweit sie dies unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens für angemessen halten und ein Hygiene-Konzept sicherstellen. Allgemein dürfen Krankenhäuser und andere stationäre Gesundheitseinrichtungen aber erst ab 20. Mai Besucher zulassen.

FITNESSSTUDIOS

Dort gelten weniger strenge Zutritts-Regeln als zum Beispiel für Freibäder: So werden als Maßstab pro Kunde 7 Quadratmeter - statt 10 - angesetzt. Dafür ist „aufgrund der Aerosolbelastung jedes hochintensive Ausdauertraining (Indoor-Cycling, HIIT und anaerobes Schwellentraining)“ verboten.

FRISEURE

Friseure dürfen seit dem 4. Mai ihre Salons wieder öffnen. Es werden allerdings auch beim Friseurbesuch strenge Corona-Regeln gelten. Unter anderem müssen zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen Abstände von zwei Metern eingehalten werden. Neben Haarschnitten dürfen seit Montag, 4. Mai, auch wieder medizinische und kosmetische Fußbehandlungen durchgeführt werden.

Bei „gesichtsnahen Dienstleistungen und nicht einhaltbaren Schutzabständen“ müssen Beschäftigte laut der neuen Verordnung vom Sonntag, 17. Mai, eine spezielle Mund-Nasen-Maske „ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild“ tragen. „Das Tragen von Einweghandschuhen ist vom Beginn der Dienstleistung bis nach dem Waschen der Haare obligatorisch.

SPIELPLÄTZE

Seit dem 7. Mai dürfen Kinder wieder auf die Spielplätze - zeitgleich mit dem Schulbeginn der Viertklässler. Nach der Corona-Schutzverordnung müssen die Begleitpersonen auf den Spielplätzen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander wahren.

SONNTAGSÖFFNUNG

„Geschäfte des Einzelhandels für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste sowie Geschäfte des Großhandels dürfen über die bestehenden gesetzlichen Regelungen hinaus an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr öffnen“, heißt es in der Schutzverordnung. Apotheken dürfen an Sonn- und Feiertagen generell öffnen.

GOTTESDIENSTE

Gottesdienste sind in NRW wieder mit strengen Sicherheitskonzepten und begrenzter Teilnehmerzahl möglich.

FAHRSCHULEN

Fahrschulen dürfen ihre Dienste unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen und Mindestabständen weiter anbieten. Beim praktischen Fahrschulunterricht kann und muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden.

STRAFEN UND GELDBUSSEN

Wer „vorsätzlich oder fahrlässig“ gegen wesentliche Vorschriften der Coronaschutzverordnung verstößt und eine unzulässige Veranstaltung durchführt oder an solchen Veranstaltungen beziehungsweise Versammlungen teilnimmt, kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden.

Ordnungswidrigkeiten können gemäß Infektionsschutzgesetz mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

(GA/dpa)