Kommentar zu politisch motivierter Gewalt Die gesamte Gesellschaft sollte sich gegen Hass, Hetze und Gewalt positionieren

Meinung | Berlin · Neue Zahlen vom Bundeskriminalamt zeigen, dass unter anderem antisemitische Straftaten nach oben geschnellt sind. Die Demokratie steht unter Druck. Jeder Einzelne steht in der Pflicht, findet unsere Autorin.

  Demonstranten protestieren gegen Islamismus und Antisemitismus und für freiheitliche Werte und das Grundgesetz.

Demonstranten protestieren gegen Islamismus und Antisemitismus und für freiheitliche Werte und das Grundgesetz.

Foto: dpa/Jonas Walzberg

Hört man den Betroffenen rechter, rassistischer oder antisemitischer Straftaten zu, dann bekommt man eine Vorstellung davon, welch tiefe Wunden entstehen können. Es sind nicht nur körperliche Leiden nach tätlichen Angriffen, sondern auch innere Verletzungen, die womöglich viel länger brauchen, um zu verheilen. Das zeigt auch die Geschichte von Pedro M., der am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Gewaltstatistik der Beratungsstellen für Betroffene von einem rassistischen Angriff auf seine Mutter in Dresden erzählt. Sie stammt aus Mosambik, lebt seit fast 40 Jahren in Deutschland und fühlte sich sicher in Dresden. Bis sie Anfang April ein Mann auf offener Straße attackierte und ihr zwei Mal ins Gesicht schlug. Bis heute hat Pedro M.s Mutter den Angriff nicht vollständig verarbeitet. Das Gefühl einer ständigen Bedrohung im Alltag begleitet sie. Es ist nur ein Beispiel von vielen, das im Zahlenwust der Statistik unterzugehen droht. Doch es ist wichtig, die individuellen Fälle wahrzunehmen, um das Ausmaß des Problems zu begreifen.