1. News
  2. Politik
  3. Deutschland

Kommentar zur Altersarmut: Gezielter Kampf

Kommentar zur Altersarmut : Gezielter Kampf

Ja, wir haben ein Problem mit der steigenden Altersarmut. Es ist im Vergleich zur Kinderarmut aber immer noch ein kleines Problem, kommentiert GA-Korrespondentin Eva Quadbeck.

Das Thema Altersarmut unterliegt der politischen Konjunktur wie kaum ein anderes Thema: Entweder es steht im Mittelpunkt, als müsste ab morgen ein Großteil der Senioren auf Parkbänken nächtigen, oder es kümmert sich niemand darum. Es ist Zeit, dem Thema mit Augenmaß zu begegnen.

Ja, wir haben ein Problem mit der steigenden Altersarmut. Es ist im Vergleich zur Kinderarmut aber immer noch ein kleines Problem. Angesichts vieler Geringverdiener und Alleinerziehender muss dennoch Vorsorge getroffen werden. Zwei Maßnahmen könnten tatsächlich helfen: Die Mütterrente sollte nicht länger auf die Grundsicherung angerechnet werden.

Schließlich lebt unser umlagefinanziertes Rentensystem ja auch von den Kindern der Frauen, die in Altersarmut stecken. Auch die viel gescholtene Solidarrente für Geringverdiener, Eltern mit langen Auszeiten und pflegende Angehörige ist eine vielversprechende Idee. Sie sollte aber nur nach Bedürftigkeitsprüfung gewährt werden.

Absolut richtig ist das Prinzip: Durch die Solidarrente sollen jene Senioren höhere Alterseinkünfte erhalten, die in Job oder Familie viel geleistet haben, als jene, die stets von staatlichen Leistungen gelebt haben.

Die beste Vorsorge gegen Altersarmut ist eine brummende Wirtschaft mit einer hohen Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dafür müssen wir in den nächsten Jahren dringend die Fachkräftesicherung vorantreiben, bevor die Baby-Boomer-Generation in Rente geht. Es bedarf einer gezielten Zuwanderung in Mangelberufe wie Pflege und Ingenieurwesen.