1. News
  2. Politik
  3. Deutschland

Impfungen in NRW - NRW verhängt sofortigen Impfstopp wegen Lieferproblemen

Impfung der über 80-Jährigen verzögert sich : Land NRW verhängt sofortigen Impfstopp wegen Lieferproblemen

Wegen Lieferproblemen der Firma Biontech hat das Land NRW einen sofortigen Impfstopp verhängt. Das beeinträchtigt nicht nur die Impfungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, sondern auch Impfzentren. Für über 80-Jährige, die zu Hause leben, verzögert sich der Impfstart um eine Woche.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat am späten Dienstagabend einen sofortigen Impfstopp erlassen. „Die von BioNTech aktuell mitgeteilten geänderten Liefermengen machen zwingend eine Änderung der Impfplanung erforderlich“, heißt es in dem internen Schreiben, das dem General-Anzeiger vorliegt. Das NRW-Gesundheitsministerium bestätigte die Echtheit des Schreibens und den damit verbunden Stopp der Erstimpfungen im Land. Das verzögere auch den Start der Impfungen für über 80-Jährige, die zu Hause leben.

Die von den Koordinierungsstellen und der Kassenärztlichen Vereinigung für den 20. und 21. Januar für Krankenhäuser und Altenheime bestellten Impfdosen, die an Mitarbeiter und Bewohner verteilt werden sollten, können demnach nicht mehr ausgeliefert werden. Dies gelte jedoch nur für die Erst- und nicht die Zweitimpfung. Die zweite Dosis, die etwa drei Wochen nach der ersten verabreicht werden soll, wurde schon bei bisherigen Bestellungen zurückgelegt.

Bisher waren in Bonn rund 6400 Menschen geimpft worden, davon knapp 4900 in etwa 40 Altenheimen. Für Mittwoch und Donnerstag waren bereits Erstimpfungen in weiteren Einrichtungen geplant.

Laut NRW-Gesundheitsministerium können erst ab dem 1. Februar wieder Erstimpfungen in den Einrichtungen stattfinden. An diesem Tag sollten auch die Impfzentren in den Kommunen ihre Arbeit aufnehmen, um Bürger über 80 Jahren zu immunisieren. Die knappe Impfstoffversorgung in NRW sorgt dafür, dass auch die Impfung dieser Altersgruppen um eine Woche nach hinten verschoben wird. Die 53 Impfzentren in NRW öffnen demnach erst am 8. Februar.

Krisenstab der Stadt Bonn tagt

Die Stadt Bonn teilte auf Nachfrage mit, dass der Krisenstab der Stadt noch am Mittwoch tagen solle. die Stadt will sich darüber beraten, wann das Impfzentrum der Stadt mit den Imfpungen beginnen kann und will zudem das weitere Vorgehen besprechen.

Dass Biontech/Pfizer voraussichtlich in den nächsten Wochen weniger Impfstoff liefern kann als geplant, hängt nach Unternehmensangaben mit der Erweiterung der Produktion im belgischen Werk Puurs zusammen. Diese bremse vorerst die Lieferungen in den nächsten Wochen. Erst ab Mitte Februar soll es mehr Impfstoff geben als bisher.

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher rund 350.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Alleine in dieser Woche sei die Zahl der Erstimpfungen um 67.000 gestiegen, circa 30.000 weitere Verabreichungen kämen bis Ende dieser Woche noch hinzu, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Zuletzt führten Lieferengpässe dazu, dass die Impfaktion nicht so schnell vorankam wie gedacht.

Kurz nach Weihnachten waren die Impfungen in Nordrhein-Westfalen losgegangen. Zuerst waren Pflegeheime an der Reihe sowie Krankenhauspersonal, das direkt Kontakt hatte mit Covid-19-Patienten. Inzwischen wurden die Berechtigungen etwas ausgeweitet. Zwischen erster und zweiter Impfung liegen in der Regel etwa vier Wochen.

Rheinland-Pfalz verschiebt Impftermine

Aufgrund der Lieferschwierigkeiten bei den Impfstoffherstellern Pfizer und Biontech müssen in Rheinland-Pfalz zahlreiche bereits vereinbarte Coronavirus-Impfungen verschoben werden. Das Land rechne inzwischen damit, dass Rheinland-Pfalz bis zum 15. Februar rund 30.000 Impfdosen weniger erhalten werde als ursprünglich zugesagt, gab das Gesundheitsministerium am Dienstag bekannt. „Das führt dazu, dass bereits vereinbarte Termine in den Impfzentren für Erstimpfungen ab kommender Woche verschoben werden müssen“, erklärte Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD). „Zweitimpfungen finden weiterhin statt.“

Für die Zeit nach dem 15. Februar gebe es „leider noch immer keine Planungs- und Liefersicherheit“, kritisierte Wilhelm, der auch als rheinland-pfälzischer Impfkoordinator fungiert. Neben den Zweitimpfungen sollen auch Besuche mobiler Impfteams in Alten- und Pflegeheimen fortgesetzt werden. Das Land werde trotz der neuen Probleme sicherstellen, dass alle berechtigten Bürger schnell einen neuen Termin bekommen. Nach Angaben des Landes sind in Rheinland-Pfalz bis einschließlich Montagabend mehr als 92.000 Menschen geimpft worden, knapp 1.200 davon haben auch bereits ihre Zweitimpfung erhalten.