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Deutsche Bischofskonferenz in Fulda: Keine Nachricht zu Woelki aus Rom

Deutsche Bischofskonferenz in Fulda : Keine Nachricht zu Woelki aus Rom

In Fulda tagte die Deutsche Bischofskonferenz – aber eine entscheidende Nachricht kam nicht. Der Vorsitzende Bätzing sagt dann auch: „Köln war kein Thema“. Stattdessen stand der Umgang mit Missbrauch im Zentrum.

Die Gerüchteküche brodelte: Ist Kardinal Woelki vorzeitig abgereist? Hat der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz kurzfristig Verstärkung aus dem Erzbistum Köln angefordert? Sind zwei Bischöfe zu eiligen Gesprächen nach Rom geflogen? Auf keine Nachricht wurde während der Herbstvollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz so sehnsüchtig gewartet, wie auf die Antwort auf die Frage, was Rom im Fall von Rainer Maria Kardinal Woelki und seinen derzeit beurlaubten Weihbischöfen Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff entschieden hat. Und am Mittwoch musste sogar der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, vor die Presse treten, um einige all zu wilde Gerüchte zu dementieren.

Doch die erhoffte Nachricht kam nicht. Selbst der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, weiß weiterhin nicht, wie es in Köln weitergehen soll. „Köln war in der Tat bei uns kein Thema, aus dem schlichten Grund, weil es keine neue Nachricht gibt“, sagte Bätzing am Donnerstag wörtlich – auch wenn zu vermuten ist, dass es jede Menge Pausengespräche der Bischöfe rund um die Lage im wichtigsten deutschen Bistum gegeben haben dürfte. „Ich kann Ihnen nichts sagen, ich habe nichts zu sagen: Wir warten auf eine Entscheidung, die in Rom getroffen wird.“ Selbst zur Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten der Papst denn nun hat – von einer Abberufung bis zur Einsetzung eines Koadjutors – wollte sich Bätzing am Donnerstag nicht äußern.

Die 68 Bischöfe und Weihbischöfe, die coronabedingt in einem barocken Saal im Fuldaer Schloß tagten, beschäftigten sich stattdessen einmal mehr mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Denn mit der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA), die Betroffenen in der Theorie Anerkennungszahlungen von bis zu 50 000 Euro zusprechen sollten, gibt es massive Probleme. Betroffenenvertretern zufolge dauert die Bearbeitung der Fälle so lange und ist so kompliziert, dass manche Menschen dadurch wieder retraumatisiert würden.

Chaotische Aktenführung soll vereinheitlicht werden

In Fulda kursierte der Fall eines Betroffenen, dem die Kommission 6000 Euro zusprach – weil der Mensch aber zuvor schon 5000 Euro erhalten hatte, blieb es am Ende bei einer Auszahlung von mageren 1000 Euro. Und das nach einem extrem langwierigen Verfahren. Nun ist im Oktober ein Gespräch mit Betroffenenvertretern, der Ordensoberenkonferenz und der UKA geplant, um die Verfahren zu beschleunigen. Zudem einigten sich die Bischöfe auf einheitliche Standards für die Führung der Personalakten in allen deutschen Diözesen: Die teils chaotische Aktenführung war in fast allen Missbrauchsstudien einer der Hauptkritikpunkte, der nun beseitigt werden soll.

Und auch wenn die Mitglieder der Bischofskonferenz nach der Schlussvesper am Donnerstag in ihre heimatlichen Diözesen abreisten: Schon in einer Woche werden sich alle wiedersehen. Dann findet in Frankfurt der „Synodale Weg“ statt, ein Gesprächsforum, bei dem Bischofskonferenz und Gläubige eigentlich neu aufeinander zugehen wollen. Während es vor der Fuldaer Tagung von konservativen Mitgliedern der Bischofskonferenz teils deutliche Kritik an den Texten des „Synodalen Wegs“ gab, sprach Bätzing nun von offenen Diskussionen darüber. „Die Bischöfe sind nicht alle einer Meinung“, sagte der Konferenzvorsitzende, der für sich bekannte, dass er etwa eine Beteiligung von Laien an den Bischofswahlen und der Suche nach Kandidaten durchaus begrüßen würde. Eine von einem der Foren des Synodalen Wegs ebenfalls vorgeschlagene Begrenzung der Amtszeit der Bischöfe lehnte er dagegen ab.

Klares Bekenntnis gegen die AfD

Einer schließlich wurde auch während der Tagung der Bischofskonferenz in Fulda konkret: Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr schloss sich einem Wahlaufruf der jüdischen Rabbinerkonferenzen gegen die AfD an. „Ich unterstütze diese Erklärung voll und ganz“, sagte Neymeyr. „Ich fordere dazu auf, die Stimme einer Partei zu geben, die gegen Antisemitismus eintritt.“ Das sei bei der AfD aber nicht der Fall.

Damit positionierte sich der Bischof aus dem Höcke-Land Thüringen deutlich stärker, als der offizielle Wahlaufruf der Bischofskonferenz und auch der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): Darin wird zwar zum Ziehen roter Linien gegenüber extremistischem Gedankengut aufgefordert, von einer konkreten Partei ist dort aber nicht die Rede.