Kommentar zur CO2-Speicherung Etwas weniger Druck für die Klimapolitik

Meinung · Der pragmatische Vorschlag der Bundesregierung zur unterirdischen CO2-Speicherung kommt zur rechten Zeit. Dadurch könnte der durch die Klimapolitik ausgelöste Veränderungsdruck ein bisschen abnehmen, meint unser Autor.

Umweltaktivisten von Greenpeace demonstrierten bereits 2011 gegen CO 2 -Endlager in Deutschland.

Umweltaktivisten von Greenpeace demonstrierten bereits 2011 gegen CO 2 -Endlager in Deutschland.

Foto: picture alliance / dpa/Wolfgang Kumm

Unserem Leben und Wirtschaften die fossilen Energien komplett wegzunehmen, ist ein dorniger Weg. Das merken Politik, Privathaushalte und Unternehmen mittlerweile ständig. Die Transformation ist teuer und unbequem. Da kommt ein pragmatischer Vorschlag zur rechten Zeit: Die Bundesregierung will ermöglichen, dass klimaschädliches Kohlendioxid nicht nur vermieden, sondern auch aufgefangen und gelagert werden kann. Dadurch könnte der durch die Klimapolitik ausgelöste Veränderungsdruck ein bisschen abnehmen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) argumentiert so: Die Kohlendioxid-Emissionen einiger Wirtschaftszweige lassen sich nicht vollständig abstellen. Als Beispiel dient die Zementindustrie, ohne deren Produkte heutzutage kaum ein Gebäude errichtet wird. CO2 entsteht dort im Produktionsprozess. Um trotzdem Klimaneutralität zu erreichen, muss man das Treibhausgas deshalb in den Zementwerken einfangen und beispielsweise unter der Nordsee endlagern.

Die Kritik daran ist nachvollziehbar. Die Nordsee sei kein „fossiler Entsorgungspark“, erklärt die Deutsche Umwelthilfe. Andere Umweltverbände sagen Ähnliches. Sie machen sich Sorgen, dass falsch verstandener Klimaschutz zu neuen Umweltschäden führt. Doch diese Kritik erscheint auch überzogen. Wie die seit langer Zeit erprobte CO2-Speicherung vor der norwegischen Küste zeigt, kann man das Verfahren bislang als sicher betrachten.

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