Kommentar zum Einsatz der „Hessen“ im Roten Meer Späte Einsicht

Meinung · Niemand regt sich mehr auf, wenn die „Hessen“ Drohnen erfolgreich bekämpft, um deutsche Handelsinteressen zu verteidigen. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler hat diesen Gedanken bereits vor 14 Jahren ins Spiel gebracht – und musste zurücktreten. Dabei lag er richtig.

Ein Maschinengewehr MG3 an Bord der Fregatte "Hessen".

Ein Maschinengewehr MG3 an Bord der Fregatte "Hessen".

Foto: dpa/Michael Fischer

Als der damalige Bundespräsident Horst Köhler sagte, Deutschland müsse sich darauf einrichten, auch seine Handelsinteressen zum Beispiel mit dem Einsatz der Marine auf Seefahrtsrouten zu verteidigen, da brach ein Entrüstungssturm los, der ihn am Ende zum Rücktritt nötigte. Das ist 14 Jahre her. Damals redeten die Grünen von „Kanonenbootpolitik“. Heute regt sich niemand mehr auf, wenn die „Hessen“ Drohnen erfolgreich bekämpft. Es ist eine gute Nachricht, dass die viel gescholtene Bundeswehr ihre Aufgaben erfüllen kann. Ob jeder Fehlschuss eine Meldung wert ist, darf man in Frage stellen. Die Öffentlichkeit muss sich an eine Marine, die tatsächlich schießt, wohl erst noch gewöhnen.