Kommentar zur Steuerschätzung Die Ampel muss eine Regierungskrise vermeiden

Meinung | Berlin · Die Steuerschätzung verschafft der Ampel kaum neuen Spielraum im festgefahrenen Haushaltsstreit. Sie muss sich nun unter Führung des Kanzlers zusammenraufen und die Kraft für ein pragmatisches Gesamtpaket finden. Alle müssen sich bewegen, auch Finanzminister Lindner.

Christian Lindner (FDP), Bundesminister der Finanzen, während der Pressekonferenz zum Ergebnis der Steuerschätzung.

Christian Lindner (FDP), Bundesminister der Finanzen, während der Pressekonferenz zum Ergebnis der Steuerschätzung.

Foto: dpa/Soeren Stache

Die Steuerschätzung hat der Ampel im Ringen um den Bundeshaushalt 2025 kaum Luft verschafft. Der Bund soll im kommenden Jahr sogar elf Milliarden Euro weniger einnehmen als bislang erwartet. Das Loch im Etat von geschätzt 30 Milliarden Euro wird dadurch kaum kleiner. Finanzminister Lindner steht jetzt unter noch größerem Druck, seinen Widerstand gegen neue Schulden aufzugeben. Auf SPD und Grüne, die er teils zu Recht im Verdacht hat, sich das Leben vor allem einfacher machen zu wollen, muss Lindner nicht hören. Doch drängt ihn auch eine überwältigende Mehrheit von Ökonomen zum Lösen der Schuldenbremse als Teil eines Pakets.