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Nach Flut­ka­ta­stro­phe: Lan­des-SPD kri­ti­siert In­nen­mi­nis­ter nach Auflösung der Koordinierungsstelle

Nach Flut­ka­ta­stro­phe : Lan­des-SPD kri­ti­siert In­nen­mi­nis­ter nach Auflösung der Koordinierungsstelle

Wäh­rend die Auf­räum­ar­bei­ten nach der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe im­mer noch lau­fen hat das Land Nord­rhein-West­fa­len sei­ne Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für die nach Aus­sa­gen von Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) „grö­ß­te Ka­ta­stro­phe in der Ge­schich­te des Lan­des“ wie­der de­ak­ti­viert. Die SPD kritisiert dieses Vorgehen.

Wäh­rend die Auf­räum­ar­bei­ten nach der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe im­mer noch lau­fen, zahl­rei­che Haus­hal­te in den be­trof­fe­nen Re­gio­nen noch nicht an Ver­sor­gungs­lei­tun­gen an­ge­schlos­sen sind und über die Kon­di­tio­nen für den Wie­der­auf­bau­fonds ge­run­gen wird, hat das Land Nord­rhein-West­fa­len sei­ne Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für die nach Aus­sa­gen von Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) „grö­ß­te Ka­ta­stro­phe in der Ge­schich­te des Lan­des“ wie­der de­ak­ti­viert.

Das Sturm­tief „Bernd“ war am 14. und 15. Ju­li über Nord­rhein-West­fa­len und Rhein­land-Pfalz hin­weg­ge­zo­gen. Der Stark­re­gen hat­te vie­le klei­ne Bä­che zu rei­ßen­den Strö­men ge­macht. In NRW ka­men 47 Men­schen in den Flu­ten ums Le­ben, Stra­ßen, Brü­cken und Häu­ser wur­den über­schwemmt und teil­wei­se zer­stört, Strom und Han­dy­net­ze fie­len aus. Auch der Di­gi­tal­funk war er­heb­lich ge­stört.

E-Mail des In­nen­mi­nis­te­ri­ums an Kri­sen­stä­be der Kom­mu­nen

In ei­ner E-Mail sei­nes Mi­nis­te­ri­ums an die Kri­sen­stä­be der Städ­te und Krei­se hei­ßt es, die Pha­se der aku­ten Ein­satz­be­wäl­ti­gung und Men­schen­ret­tung sei vor­bei: „In den vom Un­wet­ter be­trof­fe­nen Ge­bie­ten ste­hen in­zwi­schen Auf­räum­ar­bei­ten und Wie­der­auf­bau im Vor­der­grund.“

Vor die­sem Hin­ter­grund ha­be der Mi­nis­ter ent­schie­den, dass die im Mi­nis­te­ri­um des In­nern ein­ge­rich­te­te Ko­or­di­nie­rungs­grup­pe ih­re Ar­beit ein­stel­le. Da­mit en­de die bis­he­ri­ge La­ge­be­richt­erstat­tung. Auch die Te­le­fon­kon­fe­ren­zen fän­den nur noch bei Be­darf statt und wür­den im Ein­zel­fall durch das Mi­nis­te­ri­um in­iti­iert.

Schar­fe Kri­tik an die­sem Vor­ge­hen kommt vom in­nen­po­li­ti­schen Spre­cher der SPD-Land­tags­frak­ti­on, Sven Wolf: „Das Auf­räu­men läuft im­mer noch, da stellt die Ko­or­di­nie­rungs­grup­pe im In­nen­mi­nis­te­ri­um schon wie­der die Ar­beit ein. Da­bei wis­sen al­le Be­tei­lig­ten und Be­trof­fe­nen vor Ort, wie wich­tig die über­ört­li­che Hil­fe­leis­tung ist.“ Das müs­se ko­or­di­niert wer­den, das Ge­gen­teil sei je­doch der Fall: „Jetzt sind al­le Kri­sen­stä­be der Kom­mu­nen wie­der auf sich al­lein ge­stellt. Die­se Ent­schei­dung des In­nen­mi­nis­ters kommt viel zu früh. Die Rol­le der Ko­or­di­nie­rungs­grup­pe wer­den wir uns oh­ne­hin noch ge­nau­er an­schau­en müs­sen.“

Op­po­si­ti­on äu­ßer­te schon mehr­fach ihr Un­ver­ständ­nis

Die Op­po­si­ti­on hat­te in der Ver­gan­gen­heit schon mehr­fach ihr Un­ver­ständ­nis dar­über ge­äu­ßert, dass Reul nicht den Kri­sen­stab, son­dern nur die Ko­or­di­nie­rungs­stel­le ein­ge­setzt hat­te. „Ar­min La­schet muss er­klä­ren, war­um er sich ge­gen ei­ne Ak­ti­vie­rung des Kri­sen­stabs ent­schie­den hat. Denn der Kri­sen­stab hat die Auf­ga­ben, die zur La­ge­be­wäl­ti­gung er­for­der­li­chen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, das Ver­wal­tungs­han­deln auf Lan­des­ebe­ne zu ko­or­di­nie­ren, die Öf­fent­lich­keit und die Pres­se über das ak­tu­el­le Kri­sen­ge­sche­hen zu in­for­mie­ren, das Ka­bi­nett zu in­for­mie­ren so­wie die Zu­sam­men­ar­beit mit Bund und Län­dern zu ko­or­di­nie­ren“, hei­ßt es in ei­nem Pa­pier der Grü­nen-Frak­ti­ons­che­fin Ve­re­na Sch­äf­fer. Die Vor­hal­tung ei­nes sol­chen Stabs sei aus den ge­nann­ten Grün­den sehr sinn­voll – Re­ge­lun­gen zur sei­ner Ein­be­ru­fung und sei­nen Auf­ga­ben müss­ten of­fen­sicht­lich kon­kre­ti­siert und im Ge­setz über den Brand­schutz, die Hil­fe­leis­tung und den Ka­ta­stro­phen­schutz selbst ge­re­gelt wer­den, for­der­te die Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin.

Die Lan­des­re­gie­rung ver­tritt die An­sicht, dass der Ko­or­di­nie­rungs­stab al­lein schlag­kräf­tig ge­nug sei.