1. News
  2. Politik
  3. Deutschland

Islamisten aus Syrien und Irak: Mindestens 90 IS-Kämpfer sind zurück in NRW

Islamisten aus Syrien und Irak : Mindestens 90 IS-Kämpfer sind zurück in NRW

Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) sind rund 350 deutsche Islamisten aus Syrien und dem Irak wieder nach Deutschland zurückgekehrt, davon 90 nach NRW.Sicherheitsexperten gehen auch von einer Dunkelziffer von Rückkehrern aus.

Erich Rettinghaus, NRW-Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, bereiten vor allem die Personen Sorgen, die über den Landweg und nicht mit dem Flugzeug aus den Krisenregionen nach Deutschland zurückkommen.

„Zu mehr als 100 Rückkehrern liegen Erkenntnisse vor, wonach sie sich aktiv an Kämpfen in Syrien oder im Irak beteiligt oder hierfür eine Ausbildung absolviert haben“, sagte eine BKA-Sprecherin unserer Redaktion. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums ergänzte, dass von den Rückkehrern in vielen Fällen eine erhebliche Gefahr ausgehe, weil sie an Waffen ausgebildet und kampferfahren seien. „Und weil sie die gewaltbereite hadistische Ideologie verinnerlicht haben und sie unsere Lebensweise zutiefst verachten“, sagte der Sprecher des Ministeriums.

Laut Verfassungsschutz halten sich noch etwa 110 Personen mit NRW-Bezügen im ehemals vom Islamischen Staat (IS) kontrollierten Gebieten auf, die potenziell zurückkehren könnten. „Davon befinden sich etwa 50 Personen in Syrien, dem Irak oder der Türkei in Camps und Gefängnissen“, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Viele deutsche Islamisten sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden bei den Kämpfen ums Leben gekommen. „Es liegen Hinweise zu mehr als 260 in Syrien und Irak verstorbenen Personen vor; von den Verstorbenen galten über 80 Personen als Gefährder“, sagte die BKA-Sprecherin. Aus NRW sollen laut Verfassungsschutz 80 Islamisten gestorben sein.

Im Fokus der Sicherheitsbehörden stehen auch Frauen, die mit Ihren Kindern aus den Krisengebieten zurückgekehrt sind. Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind seit 2018 sind bisher 14 Frauen mit 30 Kindern wieder nach NRW gekommen. „Bei diesen oftmals noch sehr jungen Kindern muss aufgrund des Aufenthaltes in den Krisengebieten von einer besonderen Form der Prägung und Radikalisierung ausgegangen werden“, heißt es beim Verfassungsschutz. Sie seien Opfer des IS, des Krieges und der Ideologie ihrer Eltern. Die Sicherheitsbehörden unterscheiden bei den Kindern zwei Gruppen. Zum einen gibt es die dort geborenen Jungen und Mädchen und zum anderen diejenigen, die mit ihren Eltern ausgereist sind. „Bei den Jüngeren bis zu etwa sieben Jahren müssen wir damit rechnen, dass sie traumatisiert sind. Bei den älteren Kindern und Jugendlichen kann eine Radikalisierung und Ideologisierung nicht ausgeschlossen werden“, so der Verfassungsschutz.

Sicherheitsexperten gehen auch von einer Dunkelziffer von Rückkehrern aus. Erich Rettinghaus, NRW-Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, bereiten vor allem die Personen Sorgen, die über den Landweg und nicht mit dem Flugzeug aus den Krisenregionen nach Deutschland zurückkommen.