Ansprache zu Ostern Ministerpräsident Laschet ist zuversichtlich für eine baldige Normalisierung des Alltags

Köln · NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat in seiner Osteransprache den Bürgern des bevölkerungsreichsten Bundeslandes für ihre Disziplin gedankt und zudem Zuversicht vermittelt für eine baldige Rückkehr zur Normalität im Alltag.

 NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat in einer Ansprache zum Osterfest in Zeiten der Corona-Pandemie von einer schweren Bewährungsprobe gesprochen. In der am Sonntagabend im WDR-Fernsehen ausgestrahlten Botschaft betonte der CDU-Politiker zugleich, dass die Entwicklungen der vergangenen Tage ermutigend seien. „Die Ausbreitung des Virus verlangsamt sich von Tag zu Tag.“ Laschet warb für einen Fahrplan zurück in eine Normalität des Alltags.

Laschet dankte der Bevölkerung für die Einhaltung von Regeln, „dass Sie Abstand halten und zusammenhalten“. Und er dankte den Ärzten, Pflegern, Schwestern und Rettungskräften, Polizisten, Verkäuferinnen, „die dafür sorgen, dass unser Leben, unser Alltag, so gut es geht weiterlaufen kann“.

Der Ministerpräsident räumte ein, dass alles, was gerade zur Eindämmung des Virus getan werden, auch negative Folgen habe. „Ich denke an die Hunderttausenden, die leiden unter Kurzarbeit, unter Arbeitslosigkeit, an die, die jetzt leiden müssen unter Depression, Einsamkeit und verschobenen Operationen, unter Gewalt oder Verrohung, gerade auch die Kinder unter ihnen.“

Daher sei er überzeugt, dass die Bereitschaft zum Verzicht auch eine Aussicht auf Normalisierung brauche, sagte Laschet. „Wir benötigen einen Fahrplan, der uns den Weg in eine verantwortungsvolle Normalität zeigt.“ Eine Rückkehr in eine Normalität des Alltags gehe nicht mit einem großen Sprung, sondern mit vielen kleinen, vorsichtigen Schritten. In dieser schwierigen Lage versuchten Regierung und Opposition, Bund und Land, so viel wie möglich gemeinsam zu entscheiden.

Zwölfköpfiger Corona-Expertenrat für NRW

Am kommenden Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder ein weiteres Vorgehen im Umgang mit der Corona-Pandemie beraten. Aus Nordrhein-Westfalen legte der von der Düsseldorfer Landesregierung einberufene Expertenrat Corona bereits ein Papier mit möglichen Ausstiegsszenarien aus den Corona-Auflagen vor. Das 15-seitige Papier „Weg in eine verantwortungsvolle Normalität“ wurde nach Angaben der Staatskanzlei bereits an die Bundeskanzlerin für die Beratungen übermittelt.

Das zwölfköpfige Gremium aus NRW spricht sich für eine verantwortungsvolle, schrittweise Öffnung des sozialen und öffentlichen Lebens aus. Unter der Voraussetzung, dass das Gesundheitssystem mit dem Infektionsgeschehen absehbar nicht überfordert und ein besseres Monitoring der Krise möglich ist, könne ein Weg darin bestehen, einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens nach und nach wieder zuzulassen und Eindämmungsmaßnahmen differenzierter zu steuern, heißt es in dem Bericht.

Bildungseinrichtungen sollten so schnell wie möglich schrittweise wieder öffnen, „in verantwortbarem Umfang und unter Einhaltung hoher Schutzstandards“, heißt es unter anderem. Bei den Hochschulen sei, wo immer möglich, weiter auf digitale Lehrveranstaltungen zu setzen. Konzerte und Theater könnten gegebenenfalls mit Abstandsregeln und begrenzter Besucherzahl stattfinden.

Die Experten plädieren für eine Ausweitung von wissenschaftlichen Studien sowie für die Entwicklung und den Ausbau weiterer Testverfahren. Als Zielmarke werden bis zu 500.000 Tests pro Tag genannt. Neben Symptomträgern und Kontaktpersonen sollten Beschäftigte in besonders gefährdeten Berufen und Bewohner etwa von Alters- und Pflegeheimen in kurzen Abständen und regelmäßig getestet werden.

Die Experten warnen allerdings vor verfrühtem Optimismus. „Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholt mit einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen konfrontiert werden.“

(epd)
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