Wassertanks und Poller gegen den Terror NRW-Städte rüsten gegen mögliche Anschläge auf

Bonn · Nach den Terroranschlägen in Spanien hat das Land gefordert, besonders frequentierte Orte zu sichern. Diese Maßnahmen sind in NRWs Städten geplant.

Mit einem weißen Lieferwagen bewaffnet riss ein Attentäter auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona 13 Menschen in den Tod. Die jüngsten Anschläge in Spanien hat der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zum Anlass genommen, die Sicherheit in NRWs Städten in den Fokus zu nehmen. Per Erlass hatte er die Polizeibehörden aufgefordert, mit den Kommunen über mögliche weitere Sicherungsmaßnahmen bei Großveranstaltungen zu beraten. Einige Städte rüsten nun auf:

Wie am Dienstag bekannt wurde, will die Stadt Köln einen Teil seiner Fußgängerzone und den stark besuchten Platz am Dom sichern. Unter anderem sollen an zwei Zufahrten mobile Sperren aufgebaut werden, teilte die Stadt mit. Außerdem sollten rund um den Hauptbahnhof die bereits bestehenden Sperrpfosten überprüft und unter Umständen ergänzt werden.

Große ausrangierte, mehrere hundert Kilogramm schwere Dom-Steine versperren ab sofort die Zufahrt zur Domplatte. „So schützt der Dom gewissermaßen selbst seine Besucher“, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob am Mittwoch. Damit Liefer- und Rettungsfahrzeuge durchkommen, wird zusätzlich ein Polizeifahrzeug als mobile Sperre eingesetzt.

In Neuss findet ab Freitag, 25. August, das große Bürger-Schützen-Fest statt. Bis zu eine Million Besucher werden erwartet. Die Hauptattraktionen auf dem Kirmesplatz sind aufgebaut. Was noch fehlt, sind die Betonsperren und mobilen Lastwagen auf den Zufahrtswegen, die die Besucher vor einem nicht auszuschließenden Terroranschlag schützen sollen. Diese sollen am Freitag aufgestellt werden, am Tag der Eröffnung des bundesweit größten Schützenfestes mit Teilnehmern aus einer Stadt. „Wir haben unser Sicherheitskonzept nach den Anschlägen in Nizza und Berlin bereits überarbeitet und jetzt noch einmal überprüft“, sagte ein Sprecher der Stadt Neuss.

Stadt Münster will versenkbare Poller installieren

Schon vor den jüngsten Anschlägen in Spanien hat die Stadt Münster den Entschluss gefasst, die großen Veranstaltungsflächen in der Stadt dauerhaft gegen Terror-Fahrten abzusichern. Seit den Anschlägen in Nizza und Berlin im vergangenen Jahr habe man bei Großveranstaltungen die Zufahrtswege mit Containern oder Lastwagen zugestellt, so der zuständige Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer.

Um sich von diesem Provisorium zu befreien, das weder ins Stadtbild passe noch zuverlässig einen rasenden Lastwagen aufhalten könne, habe die Stadt ein Konzept entwickelt. Es sieht vor, 13 Stellen in der Stadt mit hydraulisch versenkbaren Pollern aus Stahl zu versehen, die bei Bedarf die wichtigsten Plätze in der Stadt absichern können.

Voraussichtlich im September wird der Stadtrat über die Umsetzung entscheiden, die laut Heuer zwei bis drei Jahre dauern wird und mit Investionskosten von rund einer Millionen Euro verbunden ist. "Wir gehen davon aus, dass die Gefahr solcher Anschläge weiterhin bestehen wird und diese Investition auf lange Sicht auch finanziell sinnvoll ist." Schon im kommenden Mai, zum Deutschen Katholikentag, könnte der wichtigste Veranstaltungsort, der Schlossplatz in Münster, mit Anti-Terror-Pollern ausgestattet sein, so Heuer.

In Duisburg wird die Königsstraße in der Innenstadt derzeit durch mobile Sperren gesichert. Dabei handelt es sich um Wassertanks, die an die Zufahrten postiert sind. „Die Tanks führen zu einer Abbremsung der Fahrzeuge und stellen einen optischen Sichtschutz dar“, erklärte ein Stadtsprecher. „Durch die Aufprallgeräusche kann im Ernstfall ein Warneffekt erzielt werden, der Passanten sichere Bereiche aufsuchen lässt.“ Die Wassertanks stehen aber bislang nur temporär in der Duisburger City und sollen vorerst nur in nächster Zeit geplante Veranstaltungen schützen. Die Sicherheitslage werde aber laufend beobachtet. „Auf dieser Grundlage werden Entscheidungen über den Fortbestand der Sicherungsmaßnahmen getroffen“, betonte der Sprecher. Zudem sei bereits ein Konzept für eine dauerhafte baulichen Sicherung der Innenstadt erarbeitet worden.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf, wo besonders viele Großereignisse stattfinden, diskutiert man derzeit über Sicherheitskonzepte für die Innenstadt. „Die Stadtverwaltung arbeitet unter Beteiligung mehrerer Ämter an Sicherheitsvorkehrungen, die auch bauliche Elemente für den innerstädtischen Bereich vorsehen“, sagte ein Stadtsprecher. Zudem würden die bestehende Konzepte werden ständig überprüft und wenn nötig angepasst.

Die Stadt Bonn konnte sich auf Anfrage zunächst nicht zu möglichen geplanten Maßnahmen äußern. Zunächst sei ein Treffen mit der Polizei zum Thema geplant, hieß es am Mittwoch beim Presseamt.

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