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CDU: Öffentlicher Schlagabtausch im Rennen um den Parteivorsitz

CDU : Öffentlicher Schlagabtausch im Rennen um den Parteivorsitz

Der Wettbewerb um den CDU-Vorsitz soll mit Streitgesprächen und klaren Regeln geführt werden. Zum Auftakt wird es Anfang November einen 90-Minuten-Talk geben.

Fair soll der Umgang miteinander sein. Das war aus Sicht von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer die wichtigste Botschaft, die sie am Montagmittag bei den drei Wettbewerbern um den CDU-Vorsitz setzte. Das Ergebnis des anderthalbstündigen Gesprächs im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin liest sich wie der Plan für ein Trainingslager: Woche für Woche stehen Probe-Wettkämpfe an, bevor die 1001 Delegierten beim Parteitag im Dezember die Wahl haben.

Mit diesem Plan steht auch fest, dass sich Kramp-Karrenbauer mit ihrem ursprünglichen Vorhaben nicht durchsetzen konnte, wonach sich die Bewerber um den Vorsitz im Vorfeld auf einen Kandidaten einigen sollten. Antreten werden also NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen. Zuletzt gab es bereits kleinere öffentliche Sticheleien gegeneinander. In der Parteizentrale ist die Sorge groß, dass der Machtkampf um Merkels Erbe die Partei im Wahljahr 2021 auseinandertreiben könnte.

Individuelle CDU-interne Talk-Formate geplant

Geplant sind nun zwei Talks à 90 Minuten, die für die breite Öffentlichkeit übertragen werden sollen – jeweils in der ersten und der letzten November-Woche, also zum Auftakt und zum Abschluss des kurzen parteiinternen Machtkampfs. Dazwischen dürfen sich alle drei Kandidaten zunächst mit einem Brief an die Mitglieder wenden, um für sich zu werben. In der Woche danach sind individuelle CDU-interne Talk-Formate geplant, bei denen die Kandidaten Fragen der Parteibasis beantworten sollen. Dieses Format soll nur in dem für Mitglieder zugänglichen CDU-TV übertragen werden. Ein entsprechendes Studio hatte bereits der frühere Generalsekretär Peter Tauber im Konrad-Adenauer-Haus eingerichtet. Von dort aus wenden sich immer wieder führende Parteimitglieder an die Basis.

Dieser Reigen an Formaten ist ein Kompromiss zwischen der Forderung des Außenpolitikers Röttgen nach TV-Duellen im Stil des amerikanischen Vorwahlkampfs und dem Wunsch der anderen beiden Kandidaten, den parteiinternen Wettbewerb nicht in den TV-Studios auszutragen. Selbst bei den Talks, in denen die drei Kandidaten direkt aufeinandertreffen, bleibt die Regie in den Händen der CDU. Die Fragen dürften weniger offensiv ausfallen, als dies bei einer Moderation durch unabhängige Journalisten der Fall gewesen wäre. Abzuwarten bleibt auch noch, wie viel Beachtung der erste Talk überhaupt bekommt. Er fällt in die Woche, in der in den USA über den neuen Präsidenten entschieden wird.