Kommentar zum rassistischen Vorfall auf Sylt Nie wieder ist jetzt

Meinung · Das Video, auf dem eine Gruppe junger Sylt-Touristen rassistische Parolen grölt, darf nicht als Ausrutscher verharmlost werden. Rassistische Ressentiments sind auch in der Mitte der Gesellschaft tief verwurzelt – und dass sich inzwischen auch die Mitte nicht mehr schämt, diese öffentlich zu äußern, hat einen Grund, meint unsere Autorin.

Das Lokal Pony auf Sylt, vor dem Feiernde rassistische Parolen gegrölt haben.

Das Lokal Pony auf Sylt, vor dem Feiernde rassistische Parolen gegrölt haben.

Foto: dpa/Axel Heimken

Ein Video zeigt eine Gruppe augenscheinlich wohlsituierter junger Menschen, die ausgelassen vor einem exklusiven Lokal auf Sylt feiern. Dort, wo die vermeintliche Hautevolee der Bundesrepublik gern unter sich bleibt. So weit, so unspektakulär. Doch dass hier nicht nur ungeniert in aller Öffentlichkeit Parolen wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ gegrölt werden, die man von den Neonazis der 1990er Jahre kennt, sondern dass ein Video davon offenbar auch noch von Beteiligten selbst ins Internet gestellt wird, sollte nicht als peinliche Entgleisung reicher Sprösslinge unterschätzt werden.