Kuckum am Tagebau Garzweiler II So lebt es sich in einem Geisterdorf im Rheinischen Revier

Analyse | Kuckum · Schon immer spielt Braunkohle im Leben von Marita Dresen eine zentrale Rolle. Sie lebt in Kuckum, einem Dorf, das dem Tagebau Garzweiler II weichen sollte. Seit 2022 ist klar: Der Ort bleibt doch stehen. Wie lebt es sich in solch einem Geisterdorf?

 Marita Dresen mit einem ihrer Pferde auf der Wiese hinter ihrem Haus.

Marita Dresen mit einem ihrer Pferde auf der Wiese hinter ihrem Haus.

Foto: Marie Schneider

Manchmal, wenn es dunkel wird, sieht Marita Dresen von ihrem Wintergarten aus die blinkenden Lichter des Baggers. Bedrohlich würden sie durch den kleinen Wald am Ende ihres Grundstücks blitzen. „Das ist schon gruselig“, findet die 56-Jährige. Und dabei habe sie in ihrem Dorf Kuckum noch Glück mit der Lage: „Ein Bekannter von mir wohnt in Keyenberg und sein Hof liegt in Richtung Tagebau. Das ist schon krass.“ Er habe einen der Bagger, die im Tagebau Garzweiler II Braunkohle abtragen, jeden Tag vor der Nase. Diese Maschinen gehören zu den größten Landfahrzeugen der Welt. „Der baggert immer weiter, Tag und Nacht. Er ist immer präsent und man hört ihn ständig“, sagt Dresen. Eigentlich sollte ihr Dorf dem Tagebau weichen. Doch dann kam alles anders.