Rekowski lobt Ehrenamtliche "Ein starkes Stück Kirche"

BONN · Für Manfred Rekowski, den neuen Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, sind die mehr als 8000 gewählten ehrenamtlichen Mitglieder der 767 örtlichen Gemeindeleitungen "ein starkes Stück Kirche. Knapp zehn Prozent von Ihnen kamen am Wochenende unter dem Leitwort "Erleuchte und bewege uns" in Bonn zum 3. Tag Rheinischer Presbyterinnen und Presbyter zusammen. Für Vizepräses Petra Bosse-Huber sind sie ein "Reichtumsbericht unserer Kirche".

Großes Lob ernteten die auf vier Jahre gewählten Mitglieder der Presbyterien, die zusammen mit den hauptamtlichen Pfarrern gemeinsam die Kirchengemeinden leiten, von Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der sie als "hervorragendes Beispiel" für das ehrenamtliche Engagement der Gesellschaft bezeichnete, das er wiederum als "Herzschlag dieser Stadt" würdigte.

Der Presbytertag, der alle vier Jahre stattfindet und nun zum zweiten Mal in Bonn zu Gast war, sollte zum einen ein Dank für die zeitaufwendige Arbeit der Presbyter sein, zum anderen aber auch in acht Foren der Weiterbildung dienen, deren Themen im Voraus per Fragebogen erkundet worden sind. "Sie machen unsere Kirche stark und lebendig" rief Vizepräses Bosse-Huber am Ende den Teilnehmern zu. Vor allem sind es Frauen, die gekommen waren. Sie bilden freilich auch in den Presbyterien die Mehrheit.

Nimptsch würdigte in einer sehr persönlichen Rede nach dem Begrüßungslied "Erleuchte und bewege uns, leite und begleite uns" den Einsatz vieler Menschen in der ehemaligen Bundeshauptstadt für die Gesellschaft: "Ich spüre, hier sind Menschen für den Menschen da", und er sei "stolz, dass es soviel ehrenamtliches Engagement gibt". Unter Anspielung auf das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen, das in der UN-Stadt Bonn beheimatet ist, meinte er: Es ist gut, dass von Bonn aus nicht nur 7000 Freiwillige in alle Welt geschickt werden, sondern dass auch in der Stadt selbst etwas freiwillig für andere getan werde.

Rekowski machte in seiner Predigt den Ehrenamtlichen in der Leitung der Kirchengemeinden Mut zu ihrer oft zeitraubenden und nicht immer vor Enttäuschungen sicheren Arbeit. Unter Hinweis auf den alttestamentlichen Propheten Maleachi werde über ihnen "aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln."

Zurückhaltend äußerte sich Präses Rekowski vor Journalisten auf die Frage, ob sich die Reduzierung der Presbyterwahlzeit von acht auf vier Jahren bewährt habe. Dies werde "ergebnisoffen" geprüft. Deshalb könne auch noch kein abschließendes Urteil abgegeben werden. Die Reduzierung der Wahlperiode um die Hälfte war deshalb eingeführt worden, weil viele Gemeindeglieder sich nicht mehr für acht Jahre an eine Aufgabe binden wollten.

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