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Kommentar zur Kabinettsumbildung in Frankreich: Erste Belastungsprobe für Macron

Kommentar zur Kabinettsumbildung in Frankreich : Erste Belastungsprobe für Macron

Eine kleine, solide Regierungsmannschaft versprach Emmanuel Macron zusammenzustellen, besetzt mit Ministern, die frei von Vorwürfen sein sollten. Er wollte unbedingt Skandale vermeiden, die die Amtszeiten seiner Vorgänger vergiftet haben. Der Plan ging nicht auf.

Nur einen Monat nach Amtsantritt musste Macron vier von 16 Ministern, alle auf wichtigen Schlüsselposten sitzend, ziehen lassen, die damit womöglich einer Kündigung zuvorkamen.

Angesichts laufender Vorermittlungen drohten sie das Versprechen der Transparenz und vorbildhaften Amtsführung zu brechen, auch wenn ihre Schuld keineswegs erwiesen ist. Die daraus resultierende, in diesem Ausmaß nicht geplante Regierungsumbildung erscheint als erste Belastungsprobe für Macron. Gerade hat er mit seiner Partei LREM die Parlamentswahlen gewonnen und könnte nun befreit regieren – aber eben nur mit einem glaubwürdigen Kabinett.

Macron hat viel zu verlieren und weiß, dass es auf einen gelungenen Start ankommt, um das Vertrauen der Menschen zu behalten oder zu gewinnen. Im Ausland und in vielen Medien mag viel von Euphorie über diesen jungen Senkrechtstarter die Rede sein, der gerade an die Staatsspitze geschossen ist – doch alle Franzosen hat er noch längst nicht überzeugt. Schnell können diese in aufkommenden Affären den Beweis dafür sehen, dass eben auch Macron und sein Team nicht besser als die anderen sind und die versprochene Transparenz und Ehrlichkeit weiter warten müssen.