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Kommentar zu geschlechtsspezifischen Preisen: Frauen sollten nicht länger draufzahlen müssen

Kommentar zu geschlechtsspezifischen Preisen : Frauen sollten nicht länger draufzahlen müssen

Ob beim Friseur, in der Reinigung oder im Drogeriemarkt – es gelingt den Anbietern von Dienstleistungen und Waren, dem weiblichen Anteil der Bevölkerung mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.

Um das zu wissen, brauchte es die Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gar nicht, die es nun amtlich macht, dass Frauen für Kurzhaarfrisuren im Schnitt 12,50 Euro mehr zahlen als Männer, und die Reinigung von Blusen durchschnittlich 1,80 Euro mehr kostet als die von Hemden. Rund 30 Prozent der mehr als 2000 untersuchten Angebote kommen weibliche Verbraucher teurer zu stehen als männliche Verbraucher. Eine ganze Menge.

Und trotzdem folgt es einer ökonomischen Logik, bei der Preisfindung genau hinzusehen, wer bereit ist, wie viel zu zahlen. Mit anderen Worten: Wenn Frau X für Rasierklingen klaglos mehr hinblättert als Herr Y, ist sie wahlweise selbst schuld oder das Produkt ist es ihr wert.

Wo also liegt das Problem bei einer Diskriminierung, die schon in der Kindheit beginnt und bei wesentlich wichtigeren Aspekten wie Chancen- und Gehaltsgleichheit endet? Deshalb der Vorschlag: Zunächst gleichen wir das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen aus.

Wenn das umgesetzt ist, können wir uns darum kümmern, dass Dienstleistungen nach Art und Aufwand, aber keineswegs nach Geschlecht des Kunden bezahlt werden müssen. Das Vorbild dafür liefern die Österreicher, denen man dieser Tage nicht in allem nacheifern möchte. Aber immerhin haben die Friseure dort geschlechtsneutrale Preislisten vorgelegt. Geht doch.