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Untersuchungsbericht für die UN: Giftgasangriffe in fünf syrischen Orten

Untersuchungsbericht für die UN : Giftgasangriffe in fünf syrischen Orten

In Syriens Bürgerkrieg kamen die international geächteten Chemiewaffen in diesem Jahr mindestens an fünf verschiedenen Orten zum Einsatz. Zu diesem Schluss kommen Inspekteure der Vereinten Nationen (UN): Sie sprechen von Angriffen mit Giftgasen auf Zivilisten und Soldaten.

Am Freitag präsentierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Befunde der UN-Vollversammlung in New York. "Der Einsatz von Chemiewaffen ist eine schwerwiegende Verletzung internationalen Rechtes und ein Affront gegen die Menschlichkeit", sagte Ban bei der Entgegennahme des Abschlussberichtes der Inspekteure.

Nach ihren Untersuchungen vor Ort nennen die Experten jedoch keine Täter beim Namen, auch gehen sie nicht auf die Zahl der Opfer ein. Syriens Diktator Baschar al-Assad und die Rebellen beschuldigen sich gegenseitig, für die Kriegsverbrechen verantwortlich zu sein.

Die weitaus schlimmste Gift-Attacke kostete am 21. August nach Schätzungen Hunderte Menschen das Leben. Der Angriff in Ghouta im Raum Damaskus löste weltweit Entsetzen aus, die US-Regierung wies dem Assad-Regime die Schuld zu. Assad sah sich gezwungen, die Vernichtung seines Chemiewaffenarsenals unter internationaler Aufsicht zu akzeptieren. Bereits Mitte September hatten die UN-Inspekteure den Angriff in Ghouta umfangreich dokumentiert.

In ihrem Abschlussbericht halten die Fachleute fest: Man verfüge über "glaubhafte Informationen", dass Chemiewaffen in vier weiteren Orten Unheil anrichteten: In Khan Al Asal habe am 19. März 2013 ein "relativ großer" Einsatz stattgefunden. In Jobar sei am 24. August "in einem relativ kleinen Ausmaß" Sarin eingesetzt worden. Soldaten seien in Jobar Opfer des Angriffs gewesen. Weiter habe es in einem "kleinen Ausmaß" einen Angriff gegen Zivilisten am 24. August in Saraqueb gegeben. Und am 25. August seien wiederum Soldaten das Opfer einer Attacke mit Chemiewaffen in Ashrafiah Sahnaya geworden.

Den Einsatz von Chemiewaffen an zwei weiteren Orten können die Fachleute jedoch nicht bestätigen. UN-Generalsekretär Ban hatte das Expertenteam unter Leitung des schwedischen Chemiewaffenexperten Åke Sellström im März 2013 aufgestellt. Der Gruppe gehören Fachleute der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) und der Weltgesundheitsorganisation an. Die OPCW überwacht zudem die Zerstörung der syrischen Giftgasarsenale und der Produktionseinrichtungen.

Die Untersuchungsmission beruhte auf einem Mandat des UN-Sicherheitsrates. Dieses sah nicht vor, den Schuldigen für die C-Waffen-Einsätze zu finden. Die syrische Regierung und die Opposition werfen sich gegenseitig Giftgasangriffe vor.