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Kommentar zum Führungsstreit in der AfD: Petrys Geister

Kommentar zum Führungsstreit in der AfD : Petrys Geister

Das Spiel mit dem Feuer ist in Teilen der AfD kalkuliert. Parteichefin Petry muss sich nicht wundern, wenn sie, die sich mit erklärten Anti-Europäern wie Geert Wilders, Heinz-Christian Strache oder Marine Le Pen trifft, die Glut mitentfacht, sagt GA-Korrespondent Holger Möhle.

Wohin treibt die AfD? Die Partei, die sich schon im Namen als Alternative für Deutschland versteht, steht vor ihrem nächsten Richtungsstreit. Erst verließen vor knapp zwei Jahren bürgerliche Euro-Gegner um ihren Mitgründer Bernd Lucke nach einem verlorenen Machtkampf die AfD. Islam- und ausländerfeindliche Ansichten hatten sich in der Partei ungeniert immer stärker ausgebreitet. Es folgte Frauke Petry und mit der neuen Frontfrau auch eine nächste Verschiebung nach rechts. Doch siehe da, jetzt hat Petry Schwierigkeiten, die AfD auf dem von ihr verfolgten gemäßigten Rechtskurs zu halten. Die Geister, die sie rief, wird sie nicht mehr los.

In der Partei setzen Björn Höcke aus Thüringen oder André Poggenburg aus Sachsen-Anhalt neue, braun angehauchte Akzente, aber immer mit der Erklärung, dass doch alles nicht so gemeint war. Poggenburg spricht im Landtag von Magdeburg von „Wucherung am deutschen Volkskörper“, Höcke von einem „Denkmal der Schande“, offenbar in Anspielung auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Im Zweifel: alles nur ein Missverständnis.

Das Spiel mit dem Feuer ist in Teilen der AfD kalkuliert. Parteichefin Petry muss sich nicht wundern, wenn sie, die sich zum Schulterschluss mit erklärten Anti-Europäern wie Geert Wilders, Heinz-Christian Strache oder Marine Le Pen trifft, die Glut mitentfacht. AfD-Vize Alexander Gauland verteidigt Höcke. Kommt ein Parteiausschluss Höckes, wie von Petry und Co. angestoßen? Mal sehen. Vielleicht zerlegt sich die AfD doch noch selbst. Die nächste Bühne: der Parteitag in Köln.