Zum Bitcoin-Fall in Sachsen Absurde Geschichte

Meinung | Frankfurt · In den vergangenen Tagen ist der Kurs von digitalen Coins, vor allem des Bitcoin, eingebrochen. Das liegt offenbar auch daran, dass der Freistaat Sachsen und das BKA Bitcoins verkaufen.

 Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch.

Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch.

Foto: dpa-tmn/Hannes P Albert

Die Geschichte der behördlichen Bitcoin-Verkäufe der vergangenen Wochen hat viele Facetten und wirft Fragen auf. Zunächst einmal sollte es selbstverständlich sein, dass Länder und deren Behörden auch Bitcoins oder andere digitale Coins verkaufen können. Denn der Schaden durch Internetkriminalität ist hoch. So fließt wenigstens ein Teil wieder zurück in die Staats- oder Landeskasse. Nur machen die vergangenen Wochen auch deutlich, dass diplomatisch gesagt noch Potenzial vorhanden ist in der Art und Weise, wie in solchen Fällen verfahren wird.

Sollte es wirklich zutreffen, dass in größere Mengen Bitcoins aus dem movie2k-Fall auf den Markt geworfen werden – warum macht man so etwas dann nicht transparent? Das würde die zum Teil heftigen Reaktionen an den Handelsmärkten für Kryptowerte begrenzen. Denn kein Anleger muss panikhaft reagieren, wenn klar ist, was als Nächstes geschehen wird. Zum anderen aber gehört es auch zum ABC des Handels an Finanzmärkten, dass man sich und seinen Anlagen im Bestfall nicht selbst schadet, wenn man sie verkauft. Genau das aber ist passiert. Denn der Absturz des Bitcoin-Kurses entwertet ja auch die übrigen Bestände dieser Coins in den eigenen Wallets.

Amateurhaft schließlich ist es, wenn man solche Verkäufe auch noch an Tagen wie dem amerikanischen Unabhängigkeitstag in die Wege leitet. Denn weil da viel weniger Anleger unterwegs sind, reichen vergleichsweise kleine Handelssummen aus, um die Kurse nach unten stürzen zu lassen. Immerhin gibt es vage Anzeichen, dass aus den Fehlern möglicherweise gelernt wurde. Das wäre dann noch eine positive Facette in einer ansonsten ziemlich absurden Geschichte.