Kommentar zur Sicherheit des Bahnpersonals Die größte Peinlichkeit

Meinung | Berlin · Bahnchef Richard Lutz muss sich einer unbequemen Befragung durch den Konzernbetriebsrat stellen. Dabei geht es um die Sicherheit des Bahnpersonals, auch während der EM. Zugausfälle drohen.

 Mitarbeiter von DB-Sicherheit stehen neben einem Regionalzug.

Mitarbeiter von DB-Sicherheit stehen neben einem Regionalzug.

Foto: dpa/Andreas Arnold

Nicht ein mögliches Ausscheiden bei der anstehenden Fußball-WM wäre die größte Peinlichkeit des Gastgeberlandes. Schlimmer wäre es, wenn Hunderttausende Fans nicht rechtzeitig in die Stadien kämen, die schönen Bilder vom grünen Rasen durch unschöne Szenen an den Bahnhöfen oder gar in den Zügen verdrängt würden.

So ganz unbegründet ist diese Sorge nicht. In der letzten Zeit hat die Gewaltbereitschaft gewisser Fangruppen deutlich zugenommen. Und auch generell ist bei immer mehr Fahrgästen die Lunte kurz geworden. Das belegt die wachsende Zahl der Übergriffe auf das Bahnpersonal. Beides zusammengenommen ist ein womöglich explosives Gemisch.

Daher ist die vehemente Forderung der Bahngewerkschaft EVG nach einer ausreichenden Ausstattung mit Sicherheitspersonal für die Zeit der EM und auch darüber hinaus verständlich. Das gilt auch für deren Drohung, dass Züge stillstehen, wenn die Gefährdungslage als zu groß angesehen wird. Es ist nicht einzusehen, dass Zugbegleiter oder Kundenbetreuer für eine gesellschaftliche Fehlentwicklung im wahrsten Sinne den Kopf hinhalten sollen. Das rechtfertigt auch keine noch so attraktive Veranstaltung.

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