Russische LNG-Importe in Europa 5,5 Milliarden Euro für die russische Kriegskasse

Interview | Bonn · Trotz des Importstopps für russisches Gas beziehen EU-Länder LNG aus Russland – sogar mehr als vor dem Krieg. Über Umwege kommt das Flüssigerdgas auch nach Deutschland. Der Bonner Energiepolitik-Experte Frank Umbach erklärt, wie es dazu kam und warnt: Bleibt die deutsche Regierung untätig, untergräbt das ihre politische Glaubwürdigkeit.

Das LNG-Verarbeitungsschiff „Neptune“ liegt im Industriehafen am LNG-Terminal von Lubmin. Bei der mehr als 280 Meter langen „Neptune“ handelt es sich um ein sogenanntes Importterminalschiff: Diese können LNG aufnehmen, erwärmen und gasförmig machen.

Das LNG-Verarbeitungsschiff „Neptune“ liegt im Industriehafen am LNG-Terminal von Lubmin. Bei der mehr als 280 Meter langen „Neptune“ handelt es sich um ein sogenanntes Importterminalschiff: Diese können LNG aufnehmen, erwärmen und gasförmig machen.

Foto: dpa/Stefan Sauer

Herr Umbach, die russischen LNG-Importe der EU sind seit dem Ukraine-Krieg stark angestiegen. Laut der Nicht-Regierungsorganisation Global Witness kauften die EU-Staaten im ersten Halbjahr dieses Jahres 40 Prozent mehr russisches Flüssiggas ein als im gleichen Zeitraum 2021. Damit nimmt die EU inzwischen mehr als die Hälfte der russischen LNG-Exporte ab. Wie kann das sein?