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Aktion Mensch unterstützte im vergangenen Jahr 13 000 Projekte

Aktion Mensch unterstützte im vergangenen Jahr 13 000 Projekte

Die Bonner Soziallotterie hat 2009 mit 166 Millionen Euro so viel Geld in Förderprojekte investiert wie noch nie seit ihrem Bestehen. Der Verein, der 1964 als "Aktion Sorgenkind" gegründet wurde, hat 2009 nach eigenen Angaben rund 13 000 Projekte für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche finanziell unterstützt.

Bonn. Die Soziallotterie Aktion Mensch hat im vergangenen Jahr mit 166 Millionen Euro so viel Geld in Förderprojekte investiert wie noch nie seit ihrem Bestehen. Der Verein, der 1964 als "Aktion Sorgenkind" gegründet wurde, hat 2009 nach eigenen Angaben rund 13 000 Projekte für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche finanziell unterstützt.

30 Prozent der Erlöse oder 134 Millionen Euro hat die Lotterie als Gewinne ausgezahlt. "Dieses gute Ergebnis verdanken wir den fast fünf Millionen Mitspielern unserer Lotterie", sagte am Dienstag Armin von Buttlar, Finanzvorstand der Aktion Mensch, bei der Vorstellung des ersten Jahresberichts in Bonn.

Die Umsatzerlöse der Lotterie lagen im vergangenen Jahr bei 447,6 Millionen Euro und damit leicht unter dem Umsatz des Vorjahres von 451,2 Millionen Euro. Von Buttlar begründete den Rückgang mit Auswirkungen des Glücksspielstaatsvertrages, der noch bis Ende 2011 in Kraft ist.

"Der Vertrag ist für uns ein Problem, denn er verbietet unter anderem Werbung und Losverkauf übers Internet und schränkt auch die Werbemöglichkeiten im Fernsehen ein", sagte von Buttlar, der die Aktion Mensch seit Mai 2009 gemeinsam mit Martin Georgi leitet. Nun hofft der Vorstand, dass der Folgevertrag ab 2012 Erleichterungen bringt.

Der Verein ist ähnlich strukturiert wie eine Aktiengesellschaft. In der Mitgliederversammlung sind die Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Paritätischer Gesamtverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, Evangelische Kirche und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) sowie die Fernsehanstalt ZDF organisiert.

Ein Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand und das Kuratorium. Dieses Gremium entscheidet über die Vergabe der Fördermittel. Die Aktion Mensch fördert Beratungs- und Begegnungsstätten für behinderte oder sozial benachteiligte Menschen ebenso wie Wohn- und Weiterbildungseinrichtungen oder Kinder- und Jugendhilfeprojekte. "Um eine Förderung zu erhalten, ist vor allem eine gute Idee ausschlaggebend", heißt es im Jahresbericht.

Mit mehr als 3 800 Projekten wurden die meisten Ideen 2009 in NRW gefördert. Darunter auch zahlreiche Projekte in Köln, Bonn sowie dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Ahrweiler. In Bonn etwa unterstützte die Aktion Mensch das Gästehaus "Haus am Müllestumpe". In Siegburg wurde die Vermittlung von psychisch erkrankten Jugendlichen in Ausbildungsverhältnisse gefördert.

In Sinzig erhielt die Lebenshilfe Geld für den Aufbau eines integrativen landwirtschaftlichen Betriebs in Blasweiler. In Köln wurden unter anderem ein Mehrgenerationenhaus und eine Wäscherei unterstützt, in der Menschen mit Behinderungen arbeiten. Bei der Aktion Mensch waren im vergangenen Jahr 220 Vollzeitkräfte beschäftigt.