Rewe-Chef Alain Caparros sieht Online-Handel als Herausforderung

KÖLN · Rewe-Chef Alain Caparros befürchtet, dass der wachsende Online-Handel die Innenstädte veröden lässt. Der Konzernchef räumte am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Köln ein, dass der Handelskonzern mit seiner Elektronik-Kette ProMarkt die Konkurrenz aus dem Internet unterschätzt habe.

Prinzip Hoffnung: Durch die grüne Brille betrachtet Rewe-Chef Alain Caparros die Sanierung der Konzern-Tochter Penny: "Es gibt keine Alternative", sagte er gestern in Köln.

Prinzip Hoffnung: Durch die grüne Brille betrachtet Rewe-Chef Alain Caparros die Sanierung der Konzern-Tochter Penny: "Es gibt keine Alternative", sagte er gestern in Köln.

Foto: dpa

"Bei Lebensmitteln schauen wir nun genauer hin", sagte Caparros. "Die Verbraucher werden immer bequemer, darauf müssen wir reagieren." Für die nach Branchenangaben verlustreiche Promarkt-Kette prüft Rewe nun "ergebnisoffen alle Optionen".

Der Kölner Konzern sieht sich mit gut gefüllten Kassen für Herausforderungen gerüstet. Caparros sagte, Rewe stehe für weitere Zukäufe bereit. Nach Angaben von Finanzvorstand Christian Mielsch ist Rewe "praktisch schuldenfrei" und verfügt über ein Eigenkapital von fünf Milliarden Euro. Der Umsatz der Gruppe sei 2012 um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 41,6 Milliarden Euro gestiegen. Dazu kommen die Umsätze der selbstständigen Rewe-Kaufleute, die von der Genossenschaft beliefert werden.

Zu der Kölner Gruppe gehören nicht nur die Rewe-Supermärkte. Der Konzern betreibt im In- und Ausland ein breites Netz von Einzelhandelsunternehmen (unter anderem Penny, Toom, Promarkt, Billa) und Touristikfirmen (Jahn Reisen, dertour, its, tjaereborg und andere). Derzeit sehen die Kölner neben ihrem Hauptmarkt Deutschland vor allem in Osteuropa Wachstums- und Gewinnchancen.

Wie viel die Kölner im vergangenen Jahr verdient haben, blieb gestern jedoch weitgehend offen. Vor allem die Sanierung der angeschlagenen Discount-Tochter Penny hat Rewe offenbar das Ergebnis geschmälert. Nach diesem Einmaleffekt liege der Gewinn "im positiven Bereich" hieß es lediglich. Ohne diese Einmalbelastung liege das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen bei 501 Millionen Euro. Bis 2015 soll Penny wieder dauerhaft schwarze Zahlen schreiben. Im vergangenen Jahr hat der Konzern die Zahl der Penny-Märkte um 141 auf 2 250 verringert. Weiteren Abbau plant Rewe nach eigenen Angaben nicht.

1,5 Milliarden Euro will Rewe im laufenden Jahr investieren und einen Teil der Märkte modernisieren. Weiter umgebaut werden sollen vor allem die Toom-Verbrauchermärkte (Bornheim, Alfter, Pützchen). Sie sollen unter dem Dach der Hauptmarke Rewe umgestaltet werden.