Zur Preiserhöhung der DB Alle Jahre wieder

In einer Sache ist die Deutsche Bahn seit Jahren immer pünktlich. Alle Jahre wieder kündigt das Unternehmen im September neue Preise oder Rabattmodelle an. Meistens ging es nur um die Frage, um wie viel teurer das Bahnfahren im folgenden Jahr wird.

Diesmal gibt es eine Nullrunde, jedenfalls im Fernverkehr. Der wachsende Wettbewerb, insbesondere mit den Fernbussen, vermasselt der Bahn so nachhaltig das Geschäft, dass sie sich nun auf einen Preiskampf mit den Konkurrenten einlässt.

Die Bahn übernimmt die Strategie der Luftfahrt. Die Airlines verkaufen Billigtickets, aber auch sehr teure, die mehr Flexibilität bei den Konditionen, zum Beispiel bei der Umbuchung bieten. So schafft die Bahn den "Normalpreis" ab und nennt diesen Tarif "Flexpreis".

Das hat viel mit dem Image des Unternehmens als teurer Transporteur zu tun. Denn die Normalpreise sind höher als das Entgelt, das die meisten Fahrgäste tatsächlich bezahlen. Die Mehrheit der Kunden fährt mit Rabattkarten oder Sparpreisen günstig ans Ziel. Das merkt bloß niemand, weil nur der Normalpreis wahrgenommen wird. So verschwindet der lästige Begriff nun.

Mit stabilen Preisen und anderen Vergünstigungen greift die Bahn ihre Konkurrenten nun an. Die Rechnung kann nur aufgehen, wenn deutlich mehr Kunden für eine Zugfahrt gewonnen werden können. Wenn das nicht gelingt, wird der Fernverkehr schnell zum ökonomischen Sorgenkind.

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