Konjunktur in der Region Allzeithoch für Handwerker in Bonn und der Region

KÖLN · Viele Handwerks-Dienstleister der Region beurteilen ihre Geschäftslage als positiv. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Köln spricht von einem Allzeithoch. Probleme gibt es aber im Privatbedarf.

 Im boomenden Baugewerbe sind besonders Installateure und Heizungsbauer gefragt. FOTO: DPA

Im boomenden Baugewerbe sind besonders Installateure und Heizungsbauer gefragt. FOTO: DPA

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Dem Handwerk in den Bezirken Köln und Bonn geht es überwiegend gut. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, sprach von einem Allzeithoch. Verglichen mit dem Herbst 2016 habe sich die wirtschaftliche Entwicklung noch leicht verbessert.

56 Prozent der 625 Betriebe, die sich an der Umfrage beteiligten, bezeichneten ihre Geschäftslage als gut, 36 Prozent als befriedigend und nur acht Prozent als schlecht. Weltrich rechnet für 2017 nun mit einem Umsatzplus um drei Prozent und einem Beschäftigungsaufbau um ein Prozent. Der Umsatz der 33.500 Betriebe mit 190.000 Beschäftigen wird auf deutlich über 18 Milliarden Euro taxiert.

Je nach Branche und Region gibt es deutliche Unterschiede. Angesichts des Baubooms nimmt es nicht Wunder, dass es damit verbundenen Handwerkern besonders gut geht, und dass sie auch Preiserhöhungen durchsetzen können. Die Auftragsbücher im Bau- und Ausbaugewerbe seien bis obenhin gefüllt, teilweise sei die Kapazitätsgrenze erreicht, heißt es. Den Spitzenplatz belegen Installateure und Heizungsbauer.

Kunden, die sich in der Vergangenheit im Internet die billigsten Angebote herausgesucht hätten, würden nun nicht überall mit offenen Armen empfangen, meinte Weltrich.

Handwerkszweige, die für den privaten Bedarf arbeiten, sind nicht so gut dran. Unter Friseuren und Kosmetikern spricht jeder vierte Betrieb von einer schlechten Geschäftslage. Bei tendenziell stagnierender Nachfrage nimmt die Zahl der Friseure nach dem Bericht ständig zu. Daran habe auch der Mindestlohn nichts geändert. Für viele kleine Friseure sei es schwer, auskömmliche Preise zu erzielen. Als „Ausreißen“ nach unten in der Geschäftsbeurteilung gilt auch das Gesundheitshandwerk, während 52 Prozent der Lebensmittel-Handwerker wie Bäcker und Fleischer ihre Geschäfte als gut bewerten.

Die Kfz-Betriebe leiden, bei ordentlicher Auslastung der Werkstätten, unter der Zurückhaltung der Käufer bei der Anschaffung von Diesel-Fahrzeugen. Dagegen äußert sich das Handwerk für den gewerblichen Bedarf ganz überwiegend positiv, vor allem im Bau von Kälteanlagen und in der Gebäudereinigung.

Abgestuft nach Regionen steht die Stadt Bonn mit 53,1 Prozent Gut-Urteilen etwas günstiger da als Köln mit 51,4 Prozent. Besser schneiden Leverkusen (55,6), der Oberbergische Kreis (59,2) , der Rhein-Erft-Kreis (62,0) und der Rhein-Siegkreis (62,5) ab.

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