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Arbeitsmarkt in der Corona-Krise: Arbeitslosigkeit in der Region sinkt

Arbeitsmarkt in der Corona-Krise : Arbeitslosigkeit in der Region sinkt

Die Arbeitslosigkeit in der Region ist im Vergleich zum November im Dezember gesunken. Arbeitsagenturchef Stefan Krause lobt den Umgang der Unternehmen mit dem Lockdown.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist zum Jahresende im Vergleich zu Ende 2019 gestiegen. Wie die Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg am Dienstag mitteilte, waren im Dezember 5801 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im gleichen Monat des Vorjahres (ein Plus von 22 Prozent). Im Vergleich zum November 2020 sank die Arbeitslosigkeit allerdings um 1,3 Prozent auf 32.122 Menschen. Das mag angesichts der Corona-Krise erstaunen, hängt aber auch mit dem Zeitpunkt der Statistik zusammen: Die Zahlen wurden zum Stichtag 10. Dezember erfasst, der jüngste Shutdown begann aber erst am 16. Dezember.

Stefan Krause, Leiter der Arbeitsagentur, schätzt zudem, dass der Effekt des Shutdowns nicht so stark sein dürfte wie im Frühjahr, da er nicht in eine Zeit falle, in der sich der Arbeitsmarkt stark belebt. „Hinzu kommt, dass Unternehmen auch gelernt haben, mit einem Lockdown umzugehen und zu wirtschaften“, so Krause. Positiv wirken sich laut dem Agenturchef die Unterstützungsmaßnahmen der Politik und die arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie die Kurzarbeit aus. Nach den endgültigen Zahlen für November zeigten insgesamt 531 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg Kurzarbeit an. Im Oktober waren es nur 88 Neuanzeigen gewesen. Im November 2019 hatten gar nur 17 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Auch in NRW sank die Zahl der Arbeitslosen

Auch in NRW sank die Zahl der Arbeitslosen: Am Stichtag 16. Dezember waren im bevölkerungsreichsten Bundesland 734 384 Menschen arbeitslos gemeldet, 3736 Personen weniger als einen Monat zuvor, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote fiel damit um 0,1 Prozentpunkte auf nun 7,5 Prozent. Damit lag sie 1,1 Punkte über dem Vorjahr. „Die Arbeitslosigkeit ist zwar nur geringfügig zurückgegangen, doch ist das andererseits auch erst das fünfte Mal seit 1980, dass im Dezember die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen sinkt“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Torsten Withake. „Dies zeigt, wie widerstandsfähig unsere Wirtschaft ist und gibt gute Hoffnung für die Zeit nach den Eindämmungsmaßnahmen.“

Etwas anders sieht die Entwicklung bundesweit aus: Dort ist die Zahl der Arbeitslosen von November auf Dezember um 8000 auf 2,707 Millionen gestiegen. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg sie sogar um 480 000, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 5,9 Prozent. „Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember gestiegen, aber nicht so stark wie sonst in diesem Monat“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. „Die Nachfrage der Betriebe stabilisiert sich auf niedrigem Niveau“, betonte er.

Die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie treiben die Kurzarbeit in Deutschland wieder in die Höhe. Von 1. bis 28. Dezember erreichten die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg Anzeigen zur Kurzarbeit für 666 000 Personen. Im November waren es 627 600 Anzeigen. Im März auf dem Höhepunkt des ersten Corona-Shutdowns waren es noch über zehn Millionen. In der Regel wird Kurzarbeit nicht für alle Anmeldungen auch verwirklicht. Tatsächlich in Kurzarbeit waren im Oktober 1,99 Millionen Menschen, nach fast sechs Millionen im April. Neuere Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit liegen noch nicht vor. Die Corona-Krise schlägt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt nieder. Von Oktober bis Dezember waren laut Scheele 73.000 junge Leute noch auf der Suche nach einer Lehrstelle. Das sind 12 000 mehr als noch vor einem Jahr. Allerdings standen den Suchenden 72.000 gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber.

(Mit Material von dpa)