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Arbeitsmarkt der Region: Bonn/Rhein-Sieg ist robust

Mehr freie Stellen : Arbeitsmarkt in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis ist robust

Der Arbeitsmarkt in der Region hält dem Lockdown stand. Die Arbeitslosenquote für den Februar ist mit 6,7 Prozent so hoch wie im Vormonat und stieg gegenüber dem Februar 2020 nur leicht. Einen deutlichen Zuwachs gibt es bei freien Stellen.

 „Gemessen an den Auswirkungen des verlängerten harten Lockdowns hätte man einen stärkeren Einbruch des Arbeitsmarktes erwarten können“, sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigten natürlich ihre Auswirkungen am Arbeitsmarkt. Dennoch sei die Arbeitslosigkeit gegenüber Januar erfreulicherweise nur geringfügig gestiegen. Unter den Beziehern von Arbeitslosengeld I sei die Arbeitslosigkeit sogar zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gibt es 22 Prozent mehr Arbeitslose.

Für den Januar 2021 gibt es nun die Daten zur Kurzarbeit in der Region. Danach zeigten im Januar 1159 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg Kurzarbeit an. Das bedeutet einen Anstieg von über der Hälfte im Vergleich zum Vormonat. Im Januar 2020 zeigten lediglich 23 Betriebe Kurzarbeit an. Für Februar 2021 erfasst die Statistik vorläufige Zahlen. Danach zeigten im Februar 410 Unternehmen Kurzarbeit an, die voraussichtlich 5370 Personen betreffen sollten.

Wie viele Arbeitnehmer tatsächlich kurzarbeiten, zeigt erst mit mehreren Monaten Verzögerung. Denn nicht alle Betriebe, die vorsorglich Kurzarbeit angemeldet haben, setzen dies auch tatsächlich um. Zur realisierten Kurzarbeit im September 2020 liegt eine Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 2469 Betriebe Kurzarbeit. 16 467 Arbeitnehmer waren betroffen. Im August bekamen 2753 Betriebe für 20 030 Beschäftige Kurzarbeitergeld. Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem Handel und Gastgewerbe. In der Region Bonn/Rhein-Sieg lag die Kurzarbeiter-Quote, also der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Hochrechnungen zufolge im Oktober 2020 bei 4,5 Prozent. Im Vormonat September lag sie bei 4,8 Prozent.

Besser als Frühjahr 2020

„Eine weitere Entwicklung wie im vergangenen Frühjahr ist derzeit nicht zu erwarten“, sagte Agenturchef Stefan Krause. Damals sei die Frühjahresbelebung nahezu ausgefallen und viele Menschen vor allem aus dem Gastgewerbe, aus der Tourismusbranche, aber auch aus der Leiharbeit oder im verarbeitenden Gewerbe seien entlassen worden.

In Nordrhein-Westfalen war der Trend ähnlich wie in der Region: Im Vergleich zum Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 1816 Personen auf 770 328 arbeitslos gemeldete Menschen zu. Das entsprach einem geringfügigen Anstieg um 0,2 Prozent, lief jedoch gegen den Trend der vergangenen Jahre mit einer sinkenden Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen im Februar.

Die Arbeitslosenquote blieb im Februar auf dem Niveau des Vormonats bei 7,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie um 1,2 Punkte niedriger.

Bundesweit stabile Zahlen

Die Kurzarbeit hat auch bundesweit zur Stabilisierung des Arbeitsmarkts beigetragen. Die Arbeitslosigkeit ist im Februar nur leicht auf 2,904 Millionen Erwerbslose gestiegen. Das seien 4000 mehr gewesen als im Januar, aber 509 000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung sind, legte BA seit Januar um 20 000 auf 1,010 Millionen zu.