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Arbeitslosenquote steigt leicht: Arbeitsmarkt in Bonn und in der Region stabilisiert sich

Arbeitslosenquote steigt leicht : Arbeitsmarkt in Bonn und in der Region stabilisiert sich

Die Quote im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg steigt im Vergleich zum Juni auf 6,8 Prozent. Entspannung gibt es zudem bei der Entwicklung der Kurzarbeit.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und im Sommer übliche Einflussfaktoren wie auslaufender Zeit- und Ausbildungsverträge haben im Juli ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt der Region hinterlassen. Allerdings scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren, die Arbeitslosenquote steigt gegenüber Juni nur leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent an. Damit liegt der Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg leicht über dem bundesweiten Trend. Im Juli 2019 hatte die Quote bei 5,5 Prozent gelegen.

„Saisonal bedingt steigt im Sommer regelmäßig die Arbeitslosigkeit an, wegen endender befristeter Verträge oder der Beendigung vieler Ausbildungsverhältnisse. In diesem Juli kommen die spürbaren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hinzu“, sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Positive Signale gebe es bei den gemeldeten Stellen, die sich auf der Zugangsseite nunmehr positiv entwickelten und für eine Einstellungsbereitschaft der Betriebe sprächen. Krause: „Das lässt uns hoffen.“

Besonders ausgeprägt sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli bei Ausländern sowie bei jüngeren und bei älteren Menschen ausgefallen, teilten die Arbeitsmarktforscher mit.

1070 Beschäftigte waren im Juli von Kurzarbeit betroffen

 Eine leichte Entspannung deutet sich in der Region bei der Kurzarbeit an. Vorläufigen Zahlen zufolge hatten im Juli 82 Unternehmen im Arbeitsmarktbezirk Kurzarbeit angezeigt. 1070 Beschäftigte waren demzufolge davon betroffen. Wie viele Unternehmen tatsächlich Kurzarbeit realisierten, erfassen die Statistiker erst in einigen Monaten. Im Juni hatten 183 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein Sieg Kurzarbeit angezeigt. 2156 Beschäftigte wären demzufolge von Kurzarbeit betroffen gewesen. Im Vorjahr hatte im Juni kein Betrieb Kurzarbeit angemeldet.

„Der Rückgang der neuen Kurzarbeitsanzeigen im Juli ist auch auf die Öffnung des Wirtschaftsgeschehens zurückzuführen. Ein positives Signal in einer weiterhin dynamischen Lage, denn wir wissen, dass wir die Krise noch nicht überstanden haben und weitere Risiken für den Arbeitsmarkt drohen könnten“, sagte Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Positive Signale vom Ausbildungsmarkt

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt scheint sich ebenfalls zu entspannen. Ende Juli gab es noch 1529 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, denen 1712 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüberstanden. Bis Juli haben 4746 Jugendliche die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein- Sieg um Mithilfe bei der Ausbildungsplatzsuche gebeten. Das sind 533 Personen oder 10,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. „Der Ausbildungsmarkt hat nach zwei Monaten Pause wieder Fahrt aufgenommen. Der Rückgang der Bewerber konnte im Juli gegenüber dem Vorjahr reduziert werden und die Entwicklung der gemeldeten Ausbildungsstellen stabilisierte sich“, so Agenturchef Krause.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen

 Deutschlandweit ist die Zahl der Arbeitslosen von Juni auf Juli in saisonüblicher Höhe gestiegen. Im Juli waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57.000 mehr als im Juni und 635.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit.

„Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck, auch wenn sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs befindet“, sagte Bundesagentur-Vorstand Daniel Terzenbach. „Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert.“

Im Mai erhöhte sich die Zahl der Menschen in Kurzarbeit auf 6,7 Millionen in Deutschland. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen. Damit war im Mai nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht. Im März waren 2,46 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Auch in NRW stieg die Zahl der Arbeitslosen

Auch in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl  der Menschen ohne Job im Juli auf knapp 794.000 gestiegen. Das waren etwa 23.000 Erwerbslose mehr als im Juni und fast 148.000 mehr als ein Jahr zuvor, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Punkte auf 8,1 Prozent. Der Anstieg sei sowohl auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie als auch auf für die Jahreszeit übliche Faktoren zurückzuführen.

(mit dpa)