Auswertung der Krankenkasse AOK Rheinland erreichte 2023 Rekord-Krankenstand

Düsseldorf · Berufstätige fielen 2023 durchschnittlich mehr als 26 Tage im Jahr aus. Der Krankenstand in der Region ist damit so hoch wie noch nie. Grund dafür ist unter anderem die Zunahme von psychischen Erkrankungen. In manchen Branchen zeichnet sich das besonders deutlich ab.

Besonders viele Krankheitsausfälle gibt es in der Pflegebranche. (Symbolbild)

Besonders viele Krankheitsausfälle gibt es in der Pflegebranche. (Symbolbild)

Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Krankheitsausfälle im Job sind nach einer Auswertung der Krankenkasse AOK so hoch wie nie zuvor: Im Schnitt fehlten Beschäftigte mehr als 26 Tage bei der Arbeit — im Jahr zuvor war es etwa ein Tag weniger, wie die Kasse nach eigenen Versichertendaten ermittelte.

Der Rekord-Krankenstand von 7,18 Prozent bedeutet, dass an jedem Tag des Jahres 2023 im Schnitt 7 von 100 Beschäftigten krankgeschrieben waren. Die Arbeitsunfähigkeitsdauer hat sich dagegen um 7 Prozent reduziert, von 11,8 auf 11 Kalendertage je Krankenschein. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer häufiger, aber kürzer krankgeschrieben waren.

Zunahme bei den psychischen Erkrankungen

Besonders ausgeprägt ist die Zunahme bei den psychischen Erkrankungen, wie Andreas Schmidt, Geschäftsführer des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BFG) der AOK Rheinland/Hamburg bemerkt. Das BFG verzeichnet ein Plus von 14,2 Prozent bei den psychischen Erkrankungen und ein Plus von 13,3 Prozent bei den Infektionen im Vergleich zum Jahr 2022. Er hält es für möglich, dass dabei auch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) eine Rolle gespielt hat.

Spitzenreiter der Krankheitsausfälle ist die Pflegebranche

In der Pflege nähert sich der Krankenstand der 10-Prozent-Marke: Mit 9,55 Prozent wurde in dieser Berufsbranche erneut der höchste Krankenstand gemessen, die Zahl ist um 0,18 Prozentpunkte zum Vorjahr gestiegen. „Die Beschäftigten in der Pflege sind in ihrem Arbeitsalltag immer stärkeren psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Das muss berücksichtigt werden, wenn es darum geht, Pflegeberufe attraktiver zu machen“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg.

Wie schon im Vorjahr verzeichnen neben der Pflegebranche die Metallerzeugung, die Ver- und Entsorgung sowie die öffentliche Verwaltung im Branchenvergleich den höchsten Krankenstand. Auf den hinteren Plätzen befindet sich die Informations- und Kommunikationsbranche mit 4,32 Prozent.

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