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Beueler Geschäftsleute geben Nikolausmarkt auf

Beueler Geschäftsleute geben Nikolausmarkt auf

Gewerbe-Gemeinschaft Beuel will Verluste nicht mehr tragen - Stadt bietet an, das Konzept zu überarbeiten

Beuel. Den Nikolausmarkt wird es in Beuel nicht mehr geben - jedenfalls nicht unter der Ägide der Gewerbe-Gemeinschaft Beuel (GGB). Am Mittwochabend gab Vorsitzender Jürgen Harder beim GGB-Stammtisch den Beschluss des Vorstandes bekannt.

Mehr als 20 Jahre lang erfreute der Nikolausmarkt alljährlich Jung und Alt. Kinder lockte er mit kleinen Naschereien, Erwachsene genossen gerne mal das eine oder andere Glas Glühwein im Schatten des Kirchturms von Sankt Josef.

Nicht immer war der Kirchplatz zum alljährlichen Nikolausmarkt bis zum Bersten gefüllt, zu oft überraschte die jeweilige Wetterlage die ausrichtende Gewerbe-Gemeinschaft Beuel mit kleinen Eskapaden, dennoch waren sich die Besucher stets einig: Der Beueler Nikolausmarkt am ersten Dezemberwochenende bezauberte durch seinen ganz besonderen gemütlichen Charme. Doch gerade seine familiäre Stimmung, sämtliche Aussteller kamen aus dem engeren Beueler Umfeld, scheint dem Markt nun zum Verhängnis geworden zu sein.

"Ich weiß, viele alteingesessenen Beueler lieben ihren Nikolausmarkt, dazu gehört auch meine Familie. Seit Jahren fahren wir mit ihm aber Verluste, alle Maßnahmen, ihn lukrativer zu gestalten oder zumindest die Ausgaben in einem erträglichen Rahmen zu halten, sind gescheitert. Der Vorstand hat sich nach dem letzten Versuch nun gegen den Markt entschieden", so Harder.

Mehr als 6 000 Euro Verlust habe die GGB beim letzten Markt gemacht, ausgerechnet nachdem man zum wiederholten Mal versucht hatte, die Veranstaltung durch etliche Neuerungen, wie beispielsweise einer Kutschfahrt für Kinder, noch attraktiver zu gestalten.

Selbst die Kombination des Marktes mit einem verkaufsoffenen Sonntag in der Beueler Innenstadt habe, spreche man es klar und deutlich aus, katastrophal geendet. "Darüber brauchen wir uns im Grunde nicht wundern. Mit 32 geöffneten Geschäften hat sich kaum ein Drittel unserer Mitglieder beteiligt", merkte Harder resigniert an.

Trotz der finalen Entscheidung der GGB, aus der Ausrichtung des Marktes auszusteigen, gibt es noch einen letzten Hoffnungsschimmer. "Gemeinsam mit dem “Leistungszentrum Märkte„ der Verwaltung könnte versucht werden, das Konzept zu überarbeiten und die Stadt in einem gewissen Maße mit an Bord zu holen", informierte Evi Zwiebler, Leiterin des Amtes Bürgerdienste, die Einzelhändler.

Vorbild könne der Adventsmarkt in Duisdorf sein, bei dem die Stadt die Standplätze vergibt und ihre Ausgaben über die Gebühren finanziert. Definitiv nicht möglich sei eine Bezuschussung des Marktes: "Wir sind gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten, das hieße auch eine Öffnung für überregionale Händler."

Organisatorisch am praktikabelsten sei die Gründung eines Arbeitskreises, der quasi als Träger Auftritt. Eine Idee, die bei manchen Gewerbetreibenden auf fruchtbaren Boden fiel. In Kürze werden sich Mitglieder der GGB gemeinsam mit dem Leistungszentrum Märkte zusammensetzen, um über eine Ausrichtung des Nikolausmarktes ohne finanzielle Beteiligung der GGB zu beraten.