Nach Übernahme durch Aurelius Glashersteller Weck bekommt neue Chefin

Bonn · Beim aus der Insolvenz geretteten Weck-Unternehmen mit Werk in Bonn-Duisdorf tut sich was in der Geschäftsführung: Fortan steht eine neue Chefin an der Spitze des Unternehmens. Auch für Fans der Weck-Gläser soll es bald Neuigkeiten geben.

Für die Bonner Beschäftigten des Traditionsunternehmens geht es weiter wie zuvor.

Für die Bonner Beschäftigten des Traditionsunternehmens geht es weiter wie zuvor.

Foto: Benjamin Westhoff

Nachdem der traditionsreiche Glashersteller Weck Ende 2023 aus der Insolvenz gerettet wurde, soll nun auch die Strategie des Unternehmens neu ausgerichtet werden. Verantwortlich dafür wird die neue Chefin der Weck-Gruppe sein: Die 39-jährige Joyce Gesing führt ab sofort die Geschäfte der Firma mit Werk in Bonn-Duisdorf. Das teilte Weck am Donnerstag mit.

Gesing hatte bereits Chefpositionen bei der Haushaltsgerätemarke Severin und bei Thyssenkrupp inne. Weck hofft daher auf ihre Erfahrung „in der strategischen Neupositionierung eines Markenunternehmens“. Mehrere Jahre hatte Gesing zudem als Beraterin bei McKinsey und KPMG Transformationsprojekte geleitet.

Neue Produkte geplant

Der bisherige Geschäftsführer Eberhard Hackelsberger hatte Weck zum Zeitpunkt der Übernahme des Unternehmens durch die Aurelius Gruppe aus München verlassen. Der Urenkel von Firmenmitgründer Georg van Eyck hatte die Firma in vierter Generation geführt.

Unter seiner Nachfolgerin soll es im Bonner Werk weitergehen wie bisher. Die 270 Beschäftigten bleiben, zudem halte man Ausschau nach neuen Auszubildenden, sagte eine Sprecherin. Auch für das Gesamtunternehmen suche man nach Personal, vor allem im Vertrieb. Vertrieb und Vermarktung sind es auch, die in der Strategie unter Gesing im Fokus stehen sollen. Weck plant dazu mit „umfangreichen Investitionen“ unter anderem in das Sortiment. Die Sprecherin bestätigte, dass es bald neue Produkte geben werde, die nicht nur für das klassische Einkochen genutzt werden können. Weitere Details wollte sie noch nicht verraten.

Joyce Gesing ist die neue Geschäftsführerin der Weck-Gruppe.

Joyce Gesing ist die neue Geschäftsführerin der Weck-Gruppe.

Foto: Weck

Neuer Name

Gesing betonte, die Marke Weck künftig weltweit bekannt machen zu wollen. Mit Übernahme durch Aurelius hat sich in dieser Hinsicht bereits etwas getan: Die Muttergesellschaft mit Sitz im baden-württembergischen Wehr (J. Weck GmbH und Co. KG) und die Bonner Tochterfirma (Weck Glaswerk GmbH) werden nun unter dem gemeinsamen, international anmutenden Namen „Weck glass and packaging GmbH“ geführt.

Weck hatte Mitte Juni 2023 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen begründete den Schritt mit einer gesunkenen Nachfrage und hohen Energiepreisen infolge des Ukraine-Kriegs. Das in Wehr angesiedelte Verlagsgeschäft für Zeitschriften und Ratgeber hat Weck nicht fortgeführt, die 25 betroffenen Beschäftigten mussten gehen.

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