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Quartalszahlen der Dax-Unternehmen: Bonner Dax-Konzerne starten solide ins Jahr

Quartalszahlen der Dax-Unternehmen : Bonner Dax-Konzerne starten solide ins Jahr

Die Deutsche Telekom erfreut sich am guten Geschäft der Tochter T-Mobile in den USA. Bei der Post drücken höhere Steuern den Quartalsgewinn.

Zwei Dax-Unternehmen, zwei zuversichtliche Vorstandschefs und zwei solide Quartalsergebnisse mit Licht und Schatten: Die Bonner Schwergewichte Telekom und Deutsche Post DHL haben am Mittwoch über die ersten drei Monate des Jahres berichtet.

Konzernüberschuss der Telekom geht zurück

Die Deutsche Telekom feiert zum Jahresauftakt vor allem die blendend laufenden Geschäfte der Tochter T-Mobile US. Telekom-Chef Tim Höttges eröffnete gestern die Telefonkonferenz zum Quartalsabschluss mit einem Loblied auf den Ableger in Amerika. Er trug die unter dem Strich guten Bilanzzahlen der Bonner im ersten Quartal vor und sammelte 1,1 Millionen Neukunden ein. Für Höttges haben sich deshalb die Investitionen aus Deutschland – insgesamt 40 Milliarden Euro – in das US-Geschäft gelohnt. T-Mobile US sei jetzt stark und finanzkräftig genug, um weiter zu wachsen.

„Wir konnten uns wieder verbessern und hatten Kundenzuwächse im In- und Ausland“, zeigte sich Höttges mit dem Ergebnis zufrieden. Der Umsatz der Deutschen Telekom legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,8 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 7,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Unter dem Vorjahreswert lag mit 747 Millionen Euro der Konzernüberschuss. Ein erwarteter Rückgang, der unter anderem aus einem Kursverfall der Aktien der BT Group in Großbritannien resultiert.

Neben der Freude über die US-Tochter beschäftigt sich die Bonner Führungsriege auch mit erneuten Spekulationen um eine Übernahme oder Fusion von T-Mobile US. Höttges schloss nicht aus, dass es in der Branche Gespräche über strategische Zusammenschlüsse gebe. Das gelte auch für T-Mobile US. Der Vorstand der Telekom bleibe aber dabei, sich nicht an Spekulationen über mögliche Zusammenschlüsse zu beteiligen.

Frachtsparte macht bei DHL Probleme

Die Deutsche Post DHL blickt zum Jahresstart auf ein durchwachsenes Ergebnis. Dem unverändert glänzend laufenden Paketgeschäft stehen Probleme in der Frachtsparte gegenüber. Das operative Ergebnis in dieser Division sackte von 51 auf 40 Millionen Euro ab, weil DHL gestiegene Preise nicht an die Kunden weitergeben konnte. Finanzchefin Melanie Streit sieht hier Handlungsbedarf, um die Konzernziele zu erreichen.

Gleichzeitig zieht Postchef Frank Appel ein zuversichtliches Zwischenfazit auf dem Weg zu den ehrgeizigen strategischen und finanziellen Zielen des Konzerns bis zum Jahr 2020. Das globale Geschäft der Bonner soll bis dahin jährlich um rund acht Prozent wachsen und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf knapp fünf Milliarden Euro treiben. Wesentliche Meilensteine für dieses Ziel sieht der Konzern erreicht.

Das starke Wachstum im Paketgeschäft hielt die Post auch in den ersten drei Monaten des Jahres in der Erfolgsspur. Der Umsatz in diesem Bereich legte um 6,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Erstmals leistete auch die britische Tochter UK Mail einen positiven Beitrag. Unter dem Strich trugen alle vier Konzernsparten zu einem um 7,3 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro erhöhten Konzernumsatz bei.

Der Nettogewinn ging im Vorjahresvergleich um knapp ein Prozent auf 633 Millionen Euro zurück – die Post musste mehr Geld an den Fiskus abführen. „Wir sind zuversichtlich, die Ziele für 2017 zu erreichen“, sagte Appel. Die Aktie gab dennoch deutlich nach.